Predigt am Sonntag, 31.05.2026 in der EMK Adliswil zu Johannes 4
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Liebe Gemeinde,
Geschichten, die sich am Brunnen entwickeln, sind etwas Besonderes. Wer den Blick oder gar einen Sprung in den Brunnen wagt, entdeckt eine neue Wirklichkeit. Davon erzählen z.B. Märchen. Auch davon, dass das nicht nur angenehm ist: Die Pechmarie etwa freute sich nicht darüber, was Frau Holle am Boden des Brunnens für sie bereithielt. Naja, und wenn statt des Traumprinzen ein Frosch geküsst werden will, ist auch das alles andere als märchenhaft.
Auch in der Bibel gibt es Brunnengeschichten mit viel Tiefgang.
Predigt am Pfingstsonntag, 24.05.2026 in der EMK Adliswil zu 4.Mose 6,22–27
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Liebe Gemeinde,
wie haben Sie es mit Stossgebeten? Z.B. so: ‚Lieber Gott, lass das Lichtsignal grün werden!‘ Oder: ‚Was wäre das für ein Segen, wenn ich jetzt gleich beim Ziel einen Parkplatz fände‘? Manchmal brauchen wir das Wort ‘Segen’ ganz gern für kleine Siege im Alltag:
Die Kaffeemaschine funktioniert trotz akuter Verkalkung? Ein Segen!
Die Kinder schlafen am Sonntag bis um 8 Uhr? Ein riesiger Segen!
Die Steuererklärung ist fertig und zeigt, dass eine Rückerstattung fällig ist? Göttliche Fügung!
Als wäre Gottes Segen das Geschenk eines stressfreien Lebens. Gott würde so zum himmlischen Logistiker, dessen Job es ist, unsere persönliche Komfortzone abzusichern. Wenn alles glattläuft, sagen wir noch schnell: ‚Ich bin ja so gesegnet.‘ Aber was ist, wenn ich eine ‘rote Welle’ erwische? Wenn die Kaffeetasse leerbleibt und an der Maschine so rote Lämpchen blinken? Wenn im Umkreis von 2 km alle Parkplätze belegt sind? Ist der Segen dann weg? – Wohl kaum. Was ist denn Segen eigentlich? Darum geht es heute. Darum, dass Gottes Segen viel mehr bedeutet als bloss ‘Glück gehabt’. Und auch darum, dass Gottes Segen manchmal gerade dort zu greifen beginnt, wo unsere Komfortzone endet.
Predigt am Sonntag, 10.05.2026 in der EMK Adliswil zu Lukas 15,1–7
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zum siebten oder sogar schon zum neunten Mal (wenn wir Karfreitag und Ostern mitzählen) geht es um ‘Zäme – d’Chraft vom Mitenand’. Wir gehen dem Geheimnis von Gemeinde/Kirche auf den Grund, das da heisst: Glaube ist kein Sololauf, sondern ein Mann- und Frauschaftssport.
Nach ‘zäme teile’, ‘zäme am Tisch’, ‘zäme singe’, ‘zäme bäte’, ‘zäme frei’ und ‘zäme als Team’ heisst das Thema heute: «Zäme geborge – Guter Hirte und Herde». Das ist schon im Grusswort von Regula angeklungen: «Gott führt sein Volk wie ein guter Hirt» (Jes 40,11). Dazu haben wir Schriftlesungen gehört: Aus dem AT die prophetische Rede aus Hesekiel 34, in der Gott selbst sich als Hirten bezeichnet. Und aus dem NT einen Ausschnitt aus Jesu Hirtenrede in Jh 10. Als Predigttext lese ich nun aus dem Lukasevangelium, Kapitel 15, die Verse 1–7:
Predigt am Sonntag, 03.05.2026 in der EMK Adliswil zu Matthäus 10,1–4
«Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reisst nicht leicht entzwei.» So haben wir zu Beginn des Gottesdienstes aus Predigt 4,12 gehört. Darum, wie unser Miteinander zur reissfesten Schnur wird, geht es jetzt auch in der Predigt. Wir sind immer noch in der Reihe ‘Zäme – d’Chraft vom Mitenand’. Es ist die sechste Predigt. Eigentlich sogar die achte, denn auch die Predigten an Karfreitag und Ostern haben sich, wenn auch ausserhalb der Reihe, mit dem Fundament unseres Miteinanders beschäftigt. Am Karfreitag ging es um den grösstmöglichen Gegensatz zum ‘Zäme’: Jesus erlitt die totale Verlassenheit am Kreuz …. damit wir nie mehr einsam und gottverlassen sein müssen. An Ostern aber feierten wir die ‘Kraft der Überraschung’. Das ist die Auferweckungs-Energie Gottes, die jede Trennung aufhebt und eine ganz neue Art von Gemeinschaft stiftet. In der Predigtreihe ging es vorher und nachher um: ‘Zäme teile’; ‘Zäme am Tisch’; ‘Zäme singe’, ‘Zäme frei’ und ‘Zäme bäte’. Heute nun als sechstes Thema: ‘Zäme – als Team unterwegs’.
Predigt am Sonntag, 12.04.2026 in der EMK Adliswil zu Philipper 4,6–7
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Macht euch keine Sorgen. Im Gegenteil: Wendet euch in jeder Lage an Gott. Tragt ihm eure Anliegen vor in Gebeten und Fürbitten und voller Dankbarkeit. Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und Gedanken behüten. Er wird sie bewahren in der Gemeinschaft mit Jesus Christus. Philipper 4,6 (Basis Bibel)
Liebe Gemeinde,
noch kürzer: «Macht euch keine Sorgen … das Gebet ist die Lösung … so regiert der Friede Gottes in euren Herzen und Gedanken.» Das klingt gut! Aber können wir dem trauen? Ist es nicht allzu einfach? – Aber auch: Darf man so zweifelnd denken? Falls ja: Wo kann man das aussprechen?
Predigt am Ostersonntag,05.04.2026 in der EMK Adliswil zu Johannes 20,11–18
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Liebe Gemeinde,
wir sind in den Predigten bis Pfingsten unterwegs unter dem Motto ‘Zäme – d’Chraft vom Mitenand’. Dazwischen feierten wir vorgestern Karfreitag. Und heute ist nun Ostern.
Karfreitag stellt jedes Zäme radikal in Frage. An seinem Todestag hat das Miteinander für Jesus nicht funktioniert. Überhaupt nicht. Die Gemeinschaft der Jünger:innen, die er sorgfältig aufgebaut hatte, zerbrach. Sie stoben in alle Richtungen auseinander. Jesus blieb am Kreuz zurück. Leidend. Sterbend. Und auch: Ganz allein. Karfreitag ist die Geschichte vom totalen ‘Nicht-Zäme’. Sie gipfelt in Jesu Schrei am Kreuz: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?» Das ist der schlimmstmögliche Gegensatz zu allem, was wir anstreben. Und nun? Dass der Riss irgendwie repariert werden könnte, wagte am Karfreitag niemand zu hoffen. Wie auch? Ideen, wie das möglich sein könnte, fehlten.
Aber heute ist Ostern! Und Ostern ist das Fest, das jede Trennung aufhebt! Sogar die endgültige und radikale Trennung durch den Tod. Gott hat den Tod überwunden, hat Christus auferweckt. Und damit ist klar, was wir heute feiern: Jesus nahm die totale Verlassenheit auf sich, damit wir nie wieder gottverlassen und einsam sind. In keiner Situation sind wir ohne Gott. Jesu Auferstehung begründet ein neues, stabiles Miteinander. In Christus bleiben wir ‘Zäme’, mit Gott und miteinander. Trotz allen Andeutungen und Versprechen, die Jesus den Jünger:innen vor seiner Passion gemacht hatte. Damit hatte niemand gerechnet. Eine solche Wende war schlicht nicht vorstellbar. Ostern war die totale Überraschung. Darum heisst das Thema meiner Osterpredigt: Die Kraft der Überraschung.
Predigt vom Karfreitag, 03.04.2026 in der EMK Adliswil zu Matthäus 27,45–50
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Liebe Gemeinde,
in meinen Predigten bis Pfingsten geht es um ‘Zäme – d’Chraft vom Mitenand’. Dieses Thema scheint Karfreitag auf den ersten Blick in seine Einzelteile zu zerlegen. Da hat nämlich das ‘Zäme’ überhaupt nicht funktioniert. Die Gemeinschaft der Jünger:innen, die Jesus aufgebaut hatte, zerbrach. Sie stoben in alle Richtungen auseinander. Und liessen Jesus ganz allein. Karfreitag mutet uns den radikalen Kontrast zum ‘Zäme’ zu, das wir eigentlich anstreben. Seine Geschichte erzählt vom totalen Zerriss, der jede menschliche Gemeinschaft bedroht. Jesus leidet in absoluter Isolation. Seine Passion ist die Geschichte vom absoluten ‘Nicht-Zäme’.
schon seit einer Weile sind wir in den Gottesdiensten unter dem Motto ‘Zäme – d’Chraft vom Mitenand’ unterwegs. Dies, weil christlicher Glaube kein Sololauf ist, sondern ein Mannschaftssport. Weil wir zusammengehören und einander brauchen. Wir haben schon nachgedacht übers ‘Zäme teile’ und über Gastfreundschaft unter dem Motto ‘zäme am Tisch’. Schliesslich haben wir am vergangenen Sonntag aus vollem Herzen und voller Kehle ‘zäme gsunge’. Heute geht es um ein Thema, das nicht zum ‘Zäme’ zu passen scheint: Freiheit. Sie ist eine wesentliche Säule unseres Glaubens. Das Evangelium bedeutet Freiheit von Schuld und von Belastungen, bedeutet Erlösung. Das aber denken wir vor allem individuell. Wie sind Freiheit und Miteinander zusammen zu denken? Wie ist es zu verstehen, dass jeder und jede ganz frei ist … und doch in eine Gemeinschaft integriert? Was eben auch Verpflichtungen bedeutet. Das Thema dieser Predigt lautet also ’Zäme frei’.
Predigt vom 22.03.2026 in der EMK Adliswil zu Kolosser 3,16
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Liebe Gemeinde,
nach einem Unterbruch von einer Woche – dank der Ökumene – geht es weiter mit ‘Zäme – d’Chraft vom Mitenand’. Zuerst haben wir übers ‘Zäme teile’ nachgedacht. Danach ging es unter dem Motto ‘Zäme am Tisch’ um Gastfreundschaft. Im Hintergrund der ganzen Reihe steht ein Satz von John Wesley, nämlich: «Es gibt keine Heiligkeit ausser der sozialen Heiligkeit». Oder, wer es lieber in Dialekt und ohne John Wesley hätte: ‘Warum gahts dänn nöd als Solochrischt? … will d’eleige ganz verlore bisch und dir niemer hälfe cha.’
Predigt vom 08.03.2026 in der EMK Adliswil zu Hebräer 13,1–2
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Liebe Gemeinde,
es geht weiter mit der Reihe ‘Zäme – d’Chraft vom Mitenand’. Im Hintergrund steht unter anderem das Zitat von John Wesley: «Es gibt keine Heiligkeit ausser der sozialen Heiligkeit». D.h. Glaube ist kein Sololauf. Glaube ist, wenn man so will, ein Mannschaftssport. Er funktioniert nicht im Alleingang. Wir brauchen das ‘Zäme’. Unsere Kraft kommt aus dem Miteinander, mit Gott und miteinander. Nur daraus wächst und reift unser Glaube. Nur so werden wir wirksam in dieser Welt. Ums ‘zäme Teile’ ging es am letzten Sonntag. Heute heisst das Thema ‘zäme am Tisch’. Das passt schon deshalb, weil wir am nächsten Samstag erstmals ‘zäme am Tisch’ in Form eines Brunches ausprobieren. Darüber hinaus geht es mir heute nicht nur um Tischgemeinschaft, sondern generell um Gastfreundschaft … die häufig ‘zäme am Tisch’ einen angemessenen Ausdruck findet.