getröstet bzw. bei Trost sein

Jo­han­nes 14,15–27

Pre­digt am Pfingst­sonn­tag, 05.06.2022 in der EMK Adliswil

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Lie­be Gemeinde,

„bist Du ei­gent­lich nicht mehr ganz bei Trost?“ – Es war kein gu­tes Zei­chen, wenn mei­ne Mut­ter mich das zu fra­gen müs­sen glaub­te. Dann hat­te ich et­was  Un­er­laub­tes, Ge­fähr­li­ches oder Ver­rück­tes vor … oder wo­mög­lich schon ge­tan. Laut Du­den be­deu­tet ‚nicht bei Trost sein: Ver­wirrt sein oder ver­rückt sein. Ich brau­che die Re­de­wen­dung kaum, wür­de di­rek­ter fra­gen: ‚Spinnsch ei­gent­lich?‘ oder: ‚Het’s dir is Hir­ni gschneit?‘Als Re­dens­ar­ten ge­läu­fi­ger sind mir z.B.: Ei­nen Sprung in der Schüs­sel ha­ben; nicht ganz dicht sein; nicht al­le Tas­sen im Schrank ha­ben …. — Um­ge­kehrt be­deu­te­te ‚bei Trost sein‘: Klar se­hen; bei kla­rem Ver­stand sein; ra­tio­nal den­ken kön­nen. Seit Je­sus am Kreuz ge­stor­ben war, wa­ren sei­ne Jün­ge­rin­nen und Jün­ger nicht mehr bei Trost. Die Os­ter­er­schei­nun­gen hat­ten zwar die Trau­er über­wun­den, hat­ten sie trös­ten kön­nen. Aber sie blie­ben vor­läu­fig ver­wirrt. Wie soll­ten sie sich in der neu­en Si­tua­ti­on ori­en­tie­ren? Sie blie­ben un­si­cher, wuss­ten nicht recht, was und vor al­lem wie sie es tun sollten.

„ge­trös­tet bzw. bei Trost sein“ wei­ter­le­sen

be-geist-ert

Apos­tel­ge­schich­te 2,1–13

In­put im Be­zirks­wo­chen­en­de der EMK Ad­lis­wil-Zü­rich 2 am Sonn­tag, 22.05.2022

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Lie­be Gemeinde,

ver­gan­ge­nen Sonn­tag bin ich mit vie­len FCSG-Fans Zug ge­fah­ren. Es war ja der Cup­fi­nal. Der gan­ze Zug war von grün-weiss be­stimmt. Am Mor­gen wa­ren die Leu­te vol­ler Vor­freu­de. Die At­mo­sphä­re knis­ter­te, auf ei­ne durch­aus an­ge­neh­me Wei­se. Am Abend war es dann ziem­lich still. Der FCSG ist ja ge­gen den FC Lu­ga­no ziem­lich un­ter­ge­gan­gen. Die Stim­mung war aber auch da friedlich.

Was ha­ben Fuss­ball-Fans mit un­se­rem Glau­ben zu tun? Kann man von ih­nen et­was ler­nen im Blick auf ‘Feu­er und Flam­me’ sein? – Nun ja, Fuss­ball-Fans (ich re­de jetzt nicht von den ‘Ul­tras’) sind sehr be­geis­te­rungs­fä­hig. Sie sind Feu­er und Flam­me für ih­ren Ver­ein. Und sie blei­ben ihm treu, auch in schwie­ri­gen Zei­ten. – Ei­gen­schaf­ten, die Chris­ten im Ver­hält­nis zu ih­rem Glau­ben ge­nau­so gut an­ste­hen. Dar­über hin­aus bie­tet der Fuss­ball al­ler­lei Ver­glei­che für un­ser Glaubensfeuer.

„be-geist-ert“ wei­ter­le­sen

Die Gute Nachricht ins Gespräch bringen

Apos­tel­ge­schich­te 17,16–34

Pre­digt in der EMK Ad­lis­wil am Sonn­tag, 08.05.2022

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Lie­be Gemeinde,

wir ha­ben den Pre­digt­text aus Agp 17 eben ge­hört: Pau­lus ist in Athen. Zu­nächst geht er her­um wie ein Tou­rist und sieht sich al­les ge­nau an. Er bleibt aber nicht di­stan­zier­ter Be­ob­ach­ter, son­dern geht auf die Se­hens­wür­dig­kei­ten ein. Er är­gert sich über Göt­zen­bil­der und spricht Ein­hei­mi­sche dar­auf an. Die fin­den es in­ter­es­sant, ihm zu­zu­hö­ren und la­den ihn ein, sei­ne Ge­dan­ken auf dem Areo­pag, dem gros­sen Mark­platz, vor­zu­tra­gen. Dort hält der Apos­tel ei­ne be­mer­kens­wer­te Re­de. – Be­mer­kens­wert, weil er nicht zu­erst sei­nem Zorn über die Göt­zen­bil­der Luft macht. Son­dern Pau­lus sucht und fin­det ei­nen An­knüp­fungs­punkt: Den Al­tar für den un­be­kann­ten Gott. Von dort aus kann er die Gu­te Nach­richt von Chris­tus entfalten.

„Die Gu­te Nach­richt ins Ge­spräch brin­gen“ wei­ter­le­sen

Gnade als Herausforderung

Mat­thä­us 20,1–16

Pre­digt in der EMK Ad­lis­wil am Sonn­tag, 01.05.2022

al­le paar Jah­re ein­mal fällt wie heu­te der 1. Mai auf ei­nen Sonn­tag. Was Schü­le­rIn­nen und Ar­beit­neh­me­rIn­nen wo­mög­lich frus­triert (→‘Aus­fall‘ ei­nes Fei­er­tags), ist Ar­beit­ge­be­rIn­nen viel­leicht will­kom­men. Und ob die Ge­werk­schaf­ten so mehr oder we­ni­ger Mü­he ha­ben, Leu­te für ih­re Kund­ge­bun­gen zu re­kru­tie­ren, kann ich nicht beurteilen.

Was ma­chen wir als Kir­che, als Chris­ten mit die­sem Fei­er­tag, dem ‚Tag der Ar­beit‘? Es ist ja kein christ­li­cher Fei­er­tag. Von sei­ner Ent­ste­hung her trägt er viel­leicht so­gar kir­chen­kri­ti­sche und re­li­gi­ons­kri­ti­sche Zü­ge. Doch die An­lie­gen von mehr so­zia­ler Ge­rech­tig­keit, von An­nä­he­rung zwi­schen reich und arm, von ‚glei­cher Lohn für glei­che Ar­beit‘ etc. müss­ten auch Kir­chen und Chris­ten wich­tig sein. Im­mer­hin wer­den sie von der Bi­bel deut­lich unterstützt.

„Gna­de als Her­aus­for­de­rung“ wei­ter­le­sen

Auferstanden — schwer zu glauben

Pre­digt in der EMK Ad­lis­wil am Os­ter­sonn­tag, 17.04.2022

der äl­tes­te Os­ter­be­richt der Evan­ge­li­en hör­te ur­sprüng­lich so auf, wie wir es in der Schrift­le­sung ge­hört ha­ben: „Da gin­gen sie (die Frau­en) hin­aus und flo­hen weg vom Grab, denn sie wa­ren starr vor Angst und Ent­set­zen. Und sie sag­ten nie­man­dem et­was, denn sie fürch­te­ten sich“ (Mk 16,8). Dar­in spie­gelt sich et­was da­von, wie schwer die Auf­er­ste­hungs­bot­schaft zu fas­sen ist. Sie liegt ja ganz aus­ser­halb un­se­res üb­li­chen Wahr­neh­mungs- und Er­fah­rungs­ho­ri­zon­tes. Aus­ser­dem steck­ten Je­su Jün­ge­rIn­nen in ei­ner tie­fen Depression.

„Auf­er­stan­den — schwer zu glau­ben“ wei­ter­le­sen

Die sieben Worte Jesu am Kreuz

Pre­digt in der EMK Ad­lis­wil am Kar­frei­tag, 15.04.2022

Bi­bel­tex­te: Jo­han­nes 19,26–30; Lk 23,34.43.46; Mk 15,34

Die letz­ten Wor­te, die ein Mensch vor sei­nem Tod ge­sagt hat, er­hal­ten in der Er­in­ne­rung der An­ge­hö­ri­gen ger­ne ganz be­son­de­res Ge­wicht. Im Rück­blick er­scheint bis­wei­len ein gan­zes Le­bens­werk dar­in zu­sam­men­ge­fasst. Letz­te Wor­te wer­den als Ver­mächt­nis zi­tiert und prä­gen so die Er­in­ne­rung der Nach­welt. — Kar­frei­tag ist der Ge­denk­tag des Ster­bens Je­su. Auch von ihm sind letz­te Wor­te über­lie­fert. Al­le vier Evan­ge­li­en zi­tie­ren, was er im Ster­ben zu­letzt noch sag­te. Sie be­rich­ten al­ler­dings nicht das glei­che. Es sind ins­ge­samt sie­ben letz­te Sät­ze Je­su, die uns über­lie­fert wer­den. Wel­cher da­von nun tat­säch­lich der Letz­te war, wis­sen wir nicht. Aber zu­sam­men kann man sie als Ver­mächt­nis Je­su ver­ste­hen. Es sind Sät­ze, die das Ge­sche­hen auf Gol­ga­tha deu­ten und da­bei ver­schie­de­ne Aspek­te des Heils­ge­sche­hens auf­zei­gen. Ich will heu­te die­sen sie­ben letz­ten Wor­ten Je­sus am Kreuz ent­lang­ge­hen und mich da­bei an die Rei­hen­fol­ge hal­ten, die ei­ne al­te kirch­li­che Tra­di­ti­on vorgibt.

„Die sie­ben Wor­te Je­su am Kreuz“ wei­ter­le­sen

Jesus nachfolgen

Pre­digt in der EMK Ad­lis­wil am 20.03.2022

Bi­bel­tex­te: Lu­kas 9,57–62

‘wer A sagt, muss auch B sa­gen!‘ So drü­cken wir re­dens­art­lich aus, dass un­ser Han­deln und Er­le­ben sei­ne Kon­se­quen­zen hat. Das gilt auch für den Be­reich des Glau­bens: Vie­le, die Je­sus be­geg­ne­ten, er­fuh­ren zu­nächst Zu­spruch oder er­leb­ten Hei­lung. „Dein Glau­be hat Dir ge­hol­fen!“, sag­te er zu vie­len. Doch da­nach ging es wei­ter. Sie hör­ten dann auch: „Sün­di­ge von nun an nicht mehr!“, oder: „Fol­ge mir nach!“

„Je­sus nach­fol­gen“ wei­ter­le­sen

Sich segnen lassen

Pre­digt im Sal­bunggot­tes­dienst in der EMK Ad­lis­wil am 06.03.2022

Bi­bel­tex­te: Ge­ne­sis 32,23–32

Co­py­right: Die­ter Schütz  / pixelio.de

ein Seg­nungs­got­tes­dienst steht heu­te auf dem Pro­gramm, ja so­gar – dank der Auf­he­bung der Pan­de­mie­re­geln – ein Sal­bungs­got­tes­dienst. End­lich wie­der ein­mal. Das ist et­was für uns, für je­den und je­de ganz per­sön­lich. Das An­ge­bot ei­nes himm­li­schen Ge­schenks. Geist­li­che Wellness.

Ja, aber … geht das in die­sen Zei­ten? An­ge­sichts der Welt­la­ge? Dür­fen wir et­was nur für uns ma­chen? Das wirkt doch sehr selbst­be­zo­gen, grenzt wo­mög­lich an re­li­giö­se Selbst­be­frie­di­gung. – Ich hö­re schon die Kri­tik: „Da sieht man es wie­der: Die ‚From­men‘ den­ken eben doch vor al­lem an sich selbst. Küm­mern sich nicht um die Welt! Schot­ten sich ab!“

„Sich seg­nen las­sen“ wei­ter­le­sen

… also schämt euch nicht!

Pre­digt­rei­he EVANGELIUM VI

Bi­bel­tex­te: Rö­mer 1,16

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in den Krie­gen zwi­schen Is­ra­el un­ter Kö­nig Saul und den Phi­lis­tern hat­ten letz­te­re die Bun­des­la­de ge­stoh­len. Der ver­gol­de­te Holz­kas­ten, der die Ta­feln mit Got­tes Ge­bo­ten ent­hielt, war der hei­ligs­te Be­sitz des Vol­kes. Et­li­che Jah­re spä­ter kam die Bun­des­la­de zu­rück nach Je­ru­sa­lem. 2.Sam 6 er­zählt, wie das vor sich ging. Für Da­vid, erst seit kur­zem Kö­nig über Is­ra­el, war e ei­ne ganz gros­se Sa­che. Er liess es sich nicht neh­men, den Um­zug per­sön­lich an­zu­füh­ren. Be­klei­det nur mit ei­nem Pries­ter­schurz, tanz­te er den gan­zen Weg vor der Bun­des­la­de her. Und zwar nicht ge­sit­tet, zu­rück­hal­tend, wie es sich für den Kö­nig ge­ziemt hät­te. Son­dern vol­ler Hin­ga­be, vol­ler Lei­den­schaft, oder wie die Lu­ther­bi­bel über­setzt: „Da­vid tanz­te mit al­ler Macht vor dem Herrn her!“ Sei­ner Frau Mi­chal hin­ge­gen war es höchst pein­lich, wie Da­vid sich – wie sie fand – vor dem gan­zen Volk zum Af­fen mach­te. Sie schäm­te sich in Grund Bo­den. Da­vid hin­ge­gen er­klär­te, dass er sich ger­ne klein ma­chen wol­le, so­lan­ge es der Eh­re Got­tes diene.

„ … al­so schämt euch nicht!“

„… al­so schämt euch nicht!“ wei­ter­le­sen

Für alle

Pre­digt­rei­he EVANGELIUM V

Bi­bel­tex­te: Mat­thä­us 11.28–30; Mar­kus 2,17; Ko­los­ser 3,11

mit Psalm 23 (eben ge­hör­tes bzw. ge­sun­ge­nes Lied) knüp­fen wir an, wo wir vor ei­ner Wo­che auf­ge­hört ha­ben: Der gu­te Hir­te weicht nicht von Dei­ner Sei­te, geht Dir nach, be­glei­tet dich … so­gar, ja ge­ra­de in den dun­kels­ten und tiefs­ten Tä­lern Dei­nes Le­bens­wegs. DU BIST NIE ALLEIN! Das ist ei­ne der gu­ten Nach­rich­ten Got­tes für Dich. Ge­nau­so (→ The­men der vor­an­ge­hen­den Sonn­ta­ge) gilt für Dich: Du bist ge­wollt und ge­liebt. — Du bist, so wie du bist, Got­tes Bild. – Ver­än­de­run­gen (Wen­de zum Bes­se­ren bzw. Gu­ten) sind mög­lich.
Das ist Evan­ge­li­um pur! Es gilt. Für dich. Ganz per­sön­lich. Dar­auf kannst Du Dein Le­ben, Dei­ne Ge­dan­ken, Dei­ne Ge­füh­le, Dei­nen Glau­ben ab­stüt­zen und auf­bau­en. — Wenn Du das er­fah­ren hast, Feu­er ge­fan­gen hast für das Evan­ge­li­um Chris­ti, sei­ner Bot­schaft ver­trau­en willst, dann ist als nächs­ter Schritt wich­tig: Be­grei­fen (und da­nach han­deln), dass es nicht nur Dir, son­dern al­len Men­schen gilt. Das Evan­ge­li­um ist ei­ne zwar sehr per­sön­li­che gu­te Nach­richt. Aber sie ist nicht pri­vat. Wir sind be­auf­tragt, die Bot­schaft mit an­de­ren zu tei­len. Wir sol­len Men­schen be­grei­fen und er­le­ben las­sen, dass das Evan­ge­li­um auch ih­nen gilt. Es gibt kei­ne Aus­nah­me. – Wir sol­len ‚froh­bot­schaf­ten‘ (Ich ver­zich­te auf das be­las­te­te und des­halb vor al­lem aus­ser­halb der Kir­che miss­ver­ständ­li­che Wort ‚evan­ge­li­sie­ren‘). Froh-Bot­schaf­te­rIn­nen sol­len und kön­nen wir sein, im Na­men und Auf­trag Christi.

„Für al­le“ wei­ter­le­sen