Gemeinde: Herausforderung? Überforderung? Geheimnis? Wunder!

Pho­to by Pa­trick Brow­ne on Uns­plash

zu Mar­kus 6,30–44

Die Spei­sung der 5000 veran­schauliche das Wun­der der Ge­meinde. Die­se Über­zeu­gung ver­treten die bei­den deut­schen Pfar­rer und Theo­lo­gen Klaus Dou­glass und Fa­bi­an Vogt in ih­rem Buch ‘Ex­pe­di­ti­on zum An­fang’. Die­ses Wun­der las­se sich so um­schrei­ben: Chris­ten neh­men um sich her­um (kör­per­lich, see­lisch oder geist­lich) hung­ri­ge Men­schen wahr. Sie las­sen sich von die­ser Not be­tref­fen und sich­ten die Res­sour­cen, mit de­nen sie hel­fen könn­ten. Die­se stel­len sie ver­trau­ens­voll Gott zur Ver­fü­gung und las­sen sich von ihm be­auf­tra­gen: “Gebt ihr ih­nen zu es­sen!” Und dann fan­gen sie an zu ver­tei­len und stau­nen, wie vie­le Men­schen trotz äus­serst be­grenz­ter Res­sour­cen satt wer­den.

Die­se Wun­der­ge­schich­te — üb­ri­gens die ein­zi­ge, die von al­len vier Evan­ge­li­en über­lie­fert wird — be­schäf­tigt mich. Im All­tag in Kir­che und Ge­mein­de er­le­be ich das Wun­der kaum je so über­wäl­ti­gend wie da­mals Je­su Jün­ger. Und ich fra­ge mich, wor­an das lie­gen mag. Hat es da­mit zu tun, dass wir uns heu­te viel zu sehr von der Be­grenzt­heit un­se­rer Res­sour­cen ein­schüch­tern las­sen. Auf der Su­che nach Fi­schen und Bro­ten neh­men wir wahr: Mit­glie­der­zah­len und Fi­nan­zen sind rück­läu­fig. Vie­le sind mü­de ge­wor­den. Wir wer­den äl­ter … Sol­che Ent­wick­lun­gen be­kla­gen wir und das bremst uns dann schon ziem­lich aus.

Pho­to by Bil­ly Pas­co on Uns­plash

Je­sus macht es an­ders. Er sieht zwar, dass nur zwei Fi­sche und fünf Bro­te da sind. Aber beim Ge­bet schaut er nicht dar­auf. Son­dern er hebt die Au­gen auf und nimmt die Wei­te des Ho­ri­zonts wahr. Je­sus kon­zen­triert sich al­so nicht auf die Be­grenzt­heit der Res­sour­cen, son­dern auf die gros­sen Mög­lich­kei­ten Got­tes wahr. Dar­aus wächst sein Ver­trau­en und der Mut, mit Ver­tei­len an­zu­fan­gen. — Ob wir als Ge­mein­den und Kir­chen ler­nen könn­ten, weg von un­se­ren Res­sour­cen hin auf die Mög­lich­kei­ten Got­tes zu schau­en? Ob wir dann mehr da­von er­le­ben wür­den, was für ein Wun­der die Ge­mein­de bzw. Kir­che ei­gent­lich ist?

Üb­ri­gens: Die­se Wun­der­ge­schich­te be­schäf­tigt mich so stark, dass ich ei­ne Pre­digt dar­über schrei­be. Ich wer­de sie vor­aus­sicht­lich an fol­gen­den Ter­mi­nen hal­ten: 6. Mai 2018 in der EMK Ober­glatt; 17. Ju­ni 2018 in der EMK Bül­ach.

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