Freude am Herrn als Stärke

Pho­to by Jus­tin Young on Uns­plash

zu Ne­hemia 8,10

Der Schrift­ge­lehr­te Es­ra spricht den ver­sammelten Is­rae­li­ten zu: “Die Freu­de am Herrn ist eu­re Stär­ke!” Die­ser Zu­spruch geht mir schon ei­ni­ge Ta­ge nicht aus dem Kopf.

Ich wünsch­te mir, dass die Freu­de am Herrn die Stär­ke bzw. die herausste­chende Ei­gen­schaft mei­nes Gottes­glau­bens wä­re. Oft ist sie es aber nicht. An­de­res drängt sich in den Vor­der­grund: Tra­di­ti­on, Pflicht­be­wusst­sein, Ge­wohn­heit, Mo­ral, Leh­re, so­zia­ler und mis­sio­na­ri­scher Auf­trag …  Die Freu­de aber wird zu­ge­deckt und der Glau­be fühlt sich so schnell anstren­gend an.

Ich stel­le mir vor: Wenn Freu­de die Grund­la­ge mei­nes Glau­bens wä­re, wür­de al­les an­de­re, was auch wich­tig ist, ein we­nig leich­ter. Tra­di­ti­on wä­re dann mehr rei­ches Er­be als an­stren­gen­de Ver­pflich­tung. Mo­ral und Leh­re wä­ren von Hu­mor durch­wirkt. An­de­ren zu die­nen und vom Glau­ben zu er­zäh­len wä­re mir kei­ne Last, son­dern ein Be­dürf­nis.

Pho­to by ka­zu­end on Uns­plash

An Pfings­ten (vgl. Apos­tel­ge­schich­te 2,1–11) ge­schah et­was mit den Jün­gern Je­su. Was sie vor­her nie ge­wagt hät­ten, ging plötz­lich wie von sel­ber: “Sie ver­kün­de­ten die gros­sen Ta­ten Got­tes” (Apg 2,11) Könn­te man das nicht da­mit er­klä­ren, dass an die­sem Tag “die Freu­de am Herrn zu ih­rer Stär­ke wur­de”?

Zur Freu­de kann man sich selbst nicht zwin­gen. Man kann sie we­der bei an­de­ren noch bei sich selbst ‘ma­chen’. Sie ist ein Ge­schenk. Dar­um ist mein Ge­bet im Hin­blick auf Pfings­ten: “Herr, mach die Freu­de an Dir zu mei­ner Stär­ke!”

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