Versöhnung — oder: Wenn Gott das Vorzeichen ändert

1. Mo­se 50,15–21

Pre­digt am 17.07.2022 in der EMK Adliswil

Co­py­right: Jo­sue Mi­chel on unsplash.com

Lie­be Gemeinde,

„Herr, gib mir Mut zum Brü­cken­bau­en!“ Das Lied, das wir ge­ra­de ge­sun­gen ha­ben, löst Ge­gen­sätz­li­ches aus in mir. Ei­ner­seits Zu­stim­mung: Ja, ich möch­te Brü­cken zwi­schen Men­schen bau­en kön­nen. Ich möch­te zu Ver­söh­nung, zu bes­se­rem Mit­ein­an­der: bei­tra­gen kön­nen. Ich möch­te mich auch selbst ver­söh­nen. Und ganz si­cher: Ja, da­zu brau­che ich Hil­fe, Got­tes Hil­fe! Mei­ne ei­ge­ne Kraft und Kom­pe­tenz reicht nicht. Auf mich al­lein ge­stellt bin ich oft hilf­los, wenn ich an­de­ren zu Frie­den hel­fen möch­te. Erst recht, wenn ich mich selbst ver­söh­nen möch­te oder soll­te. – Da­bei ist doch ge­nau dies der An­spruch an uns Chris­ten. Wir selbst er­war­ten es von uns. Und an­de­re for­dern von uns: Wir sol­len Bot­schaf­ter und För­de­rer der Ver­söh­nung sein (vgl. Schrift­le­sung aus 2. Ko 5,17–21). — An­de­rer­seits weh­re ich mich ge­gen den Druck sol­cher Er­war­tun­gen: Es ist be­kannt, dass Ver­söh­nung Zeit braucht, viel Zeit. Vor­schnel­le Frie­dens­schlüs­se kön­nen fa­tal sein kön­nen, wenn der Kon­flikt un­ter der Ober­flä­che wei­ter­gärt. Und ich mer­ke: Wo ich selbst in Kon­flik­te ver­wi­ckelt bin, kann (und will?) ich mich manch­mal nicht ver­söh­nen. Noch nicht. Weil die Ver­let­zung noch zu sehr schmerzt. Weil das Ver­trau­en, dass es beim nächs­ten Mal ge­hen kann, nicht da ist. Noch nicht. Weil ich noch Zeit brauche.

„Ver­söh­nung — oder: Wenn Gott das Vor­zei­chen än­dert“ wei­ter­le­sen

Sich segnen lassen

Pre­digt im Sal­bunggot­tes­dienst in der EMK Ad­lis­wil am 06.03.2022

Bi­bel­tex­te: Ge­ne­sis 32,23–32

Co­py­right: Die­ter Schütz  / pixelio.de

ein Seg­nungs­got­tes­dienst steht heu­te auf dem Pro­gramm, ja so­gar – dank der Auf­he­bung der Pan­de­mie­re­geln – ein Sal­bungs­got­tes­dienst. End­lich wie­der ein­mal. Das ist et­was für uns, für je­den und je­de ganz per­sön­lich. Das An­ge­bot ei­nes himm­li­schen Ge­schenks. Geist­li­che Wellness.

Ja, aber … geht das in die­sen Zei­ten? An­ge­sichts der Welt­la­ge? Dür­fen wir et­was nur für uns ma­chen? Das wirkt doch sehr selbst­be­zo­gen, grenzt wo­mög­lich an re­li­giö­se Selbst­be­frie­di­gung. – Ich hö­re schon die Kri­tik: „Da sieht man es wie­der: Die ‚From­men‘ den­ken eben doch vor al­lem an sich selbst. Küm­mern sich nicht um die Welt! Schot­ten sich ab!“

„Sich seg­nen las­sen“ wei­ter­le­sen

Humor und Glaube

Pho­to by Ja­mie Brown on Unsplash

Bi­bel­tex­te: 1.Mose 11,1–9; Je­sa­ja 44,9–20; Pre­di­ger 9,7–10

From­men Men­schen sagt man manch­mal nach, sie hät­ten we­nig Hu­mor, ver­mut­lich nicht ganz zu Un­recht. Viel­leicht ist es so­gar ein Stück weit nach­voll­zieh­bar. Schliess­lich: Wenn ei­ne so ge­wich­ti­ge Sa­che wie das Heil bzw. das (ewi­ge) Le­ben auf dem Spiel steht, ist das ja doch ei­ne aus­ge­spro­chen ernst Sa­che. An­de­rer­seits ge­hört La­chen zu ei­nem er­füll­ten Le­ben un­be­dingt da­zu. Das Le­ben soll und darf Spass ma­chen, ist manch­mal auch wirk­lich lus­tig und komisch.

„Hu­mor und Glau­be“ wei­ter­le­sen

Was ist wahr?

Bi­bel­tex­te: 2. Mo­se 20,16; Jo­han­nes 14,6

Mit die­sem Pla­kat warb das Stap­fer­haus Lenz­burg für sei­ne Aus­stel­lung rund um die Wahr­heit 2018/2019. Ich ha­be sie mir da­mals mit Freun­den gründ­lich an­ge­se­hen und bin jetzt ganz dank­bar da­für. Die Er­in­ne­rung an al­ler­lei Aha-Er­leb­nis­se da­mals hilft mir, mich heu­te in der News-Flut zu ori­en­tie­ren. In der Auf­re­gung rund um Co­ro­na ist es ja noch schwie­ri­ger ist als sonst her­aus­zu­fin­den, was stimmt und was nicht?

Was ist wahr? Wie kann man Fake-News von ech­ten In­for­ma­tio­nen unter-scheiden?

„Was ist wahr?“ wei­ter­le­sen

Freude am Herrn als Stärke

Pho­to by Jus­tin Young on Unsplash

zu Nehe­mia 8,10

Der Schrift­ge­lehr­te Es­ra spricht den ver­sammelten Is­rae­li­ten zu: “Die Freu­de am Herrn ist eu­re Stär­ke!” Die­ser Zu­spruch geht mir schon ei­ni­ge Ta­ge nicht aus dem Kopf.

Ich wünsch­te mir, dass die Freu­de am Herrn die Stär­ke bzw. die herausste­chende Ei­gen­schaft mei­nes Gottes­glau­bens wä­re. Oft ist sie es aber nicht. An­de­res drängt sich in den Vor­der­grund: Tra­di­ti­on, Pflicht­be­wusst­sein, Ge­wohn­heit, Mo­ral, Leh­re, so­zia­ler und mis­sio­na­ri­scher Auf­trag …  Die Freu­de aber wird zu­ge­deckt und der Glau­be fühlt sich so schnell anstren­gend an.

„Freu­de am Herrn als Stär­ke“ wei­ter­le­sen

Mit Stress umgehen

Pho­to by Nik Shu­li­a­hin on Unsplash

zu Mat­thä­us 6,25–34, 1. Kö­ni­ge 17,10–16 

Sehr vie­le Leu­te lei­den mehr oder we­ni­ger un­ter Stress. Da­für gibt es vie­le Ur­sa­chen: Ter­min­druck, Lärm, Kon­flik­te am Ar­beits­platz oder in der Fa­mi­lie, Hek­tik, ho­he Er­war­tun­gen  .… Man­che die­ser Din­ge las­sen sich mi­ni­mie­ren, aber nicht al­le. Es gibt Stress­fak­to­ren, die sind ein­fach da. Und die Fra­ge ist dann: Wie kann ich da­mit um­ge­hen, oh­ne mich da­von stres­sen zu las­sen?  „Mit Stress um­ge­hen“ wei­ter­le­sen

Denk-mal

zu He­se­kiel 36,26 und 1.Mose 28,10–22

Lu­ther-Denk­mal in Eisenach

Heu­te vor 500 Jah­ren be­gann die Refor­mation. Sie hat auf vie­len Ge­bie­ten gros­se Ver­än­de­run­gen aus­ge­löst. Im Nach­hin­ein wur­de sie als Brü­cke zu ei­ner neu­en Epo­che ein­ge­schätzt. Die­sen Jah­res­tag zu fei­ern ist al­so wohl ge­rechtfertigt. Doch wie? Geht es um Denk­mal­schutz? Oder eher um ein Nach­den­ken, das heu­te Veränderun­gen (Re­for­men) in Glau­be und Kir­che be­güns­tigt? „Denk-mal“ wei­ter­le­sen