Predigt am Sonntag, 31.05.2026 in der EMK Adliswil zu Johannes 4
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Liebe Gemeinde,
Geschichten, die sich am Brunnen entwickeln, sind etwas Besonderes. Wer den Blick oder gar einen Sprung in den Brunnen wagt, entdeckt eine neue Wirklichkeit. Davon erzählen z.B. Märchen. Auch davon, dass das nicht nur angenehm ist: Die Pechmarie etwa freute sich nicht darüber, was Frau Holle am Boden des Brunnens für sie bereithielt. Naja, und wenn statt des Traumprinzen ein Frosch geküsst werden will, ist auch das alles andere als märchenhaft.
Auch in der Bibel gibt es Brunnengeschichten mit viel Tiefgang.
Predigt am Sonntag, 10.05.2026 in der EMK Adliswil zu Lukas 15,1–7
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zum siebten oder sogar schon zum neunten Mal (wenn wir Karfreitag und Ostern mitzählen) geht es um ‘Zäme – d’Chraft vom Mitenand’. Wir gehen dem Geheimnis von Gemeinde/Kirche auf den Grund, das da heisst: Glaube ist kein Sololauf, sondern ein Mann- und Frauschaftssport.
Nach ‘zäme teile’, ‘zäme am Tisch’, ‘zäme singe’, ‘zäme bäte’, ‘zäme frei’ und ‘zäme als Team’ heisst das Thema heute: «Zäme geborge – Guter Hirte und Herde». Das ist schon im Grusswort von Regula angeklungen: «Gott führt sein Volk wie ein guter Hirt» (Jes 40,11). Dazu haben wir Schriftlesungen gehört: Aus dem AT die prophetische Rede aus Hesekiel 34, in der Gott selbst sich als Hirten bezeichnet. Und aus dem NT einen Ausschnitt aus Jesu Hirtenrede in Jh 10. Als Predigttext lese ich nun aus dem Lukasevangelium, Kapitel 15, die Verse 1–7:
Predigt am Sonntag, 03.05.2026 in der EMK Adliswil zu Matthäus 10,1–4
«Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reisst nicht leicht entzwei.» So haben wir zu Beginn des Gottesdienstes aus Predigt 4,12 gehört. Darum, wie unser Miteinander zur reissfesten Schnur wird, geht es jetzt auch in der Predigt. Wir sind immer noch in der Reihe ‘Zäme – d’Chraft vom Mitenand’. Es ist die sechste Predigt. Eigentlich sogar die achte, denn auch die Predigten an Karfreitag und Ostern haben sich, wenn auch ausserhalb der Reihe, mit dem Fundament unseres Miteinanders beschäftigt. Am Karfreitag ging es um den grösstmöglichen Gegensatz zum ‘Zäme’: Jesus erlitt die totale Verlassenheit am Kreuz …. damit wir nie mehr einsam und gottverlassen sein müssen. An Ostern aber feierten wir die ‘Kraft der Überraschung’. Das ist die Auferweckungs-Energie Gottes, die jede Trennung aufhebt und eine ganz neue Art von Gemeinschaft stiftet. In der Predigtreihe ging es vorher und nachher um: ‘Zäme teile’; ‘Zäme am Tisch’; ‘Zäme singe’, ‘Zäme frei’ und ‘Zäme bäte’. Heute nun als sechstes Thema: ‘Zäme – als Team unterwegs’.
Predigt am Ostersonntag,05.04.2026 in der EMK Adliswil zu Johannes 20,11–18
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Liebe Gemeinde,
wir sind in den Predigten bis Pfingsten unterwegs unter dem Motto ‘Zäme – d’Chraft vom Mitenand’. Dazwischen feierten wir vorgestern Karfreitag. Und heute ist nun Ostern.
Karfreitag stellt jedes Zäme radikal in Frage. An seinem Todestag hat das Miteinander für Jesus nicht funktioniert. Überhaupt nicht. Die Gemeinschaft der Jünger:innen, die er sorgfältig aufgebaut hatte, zerbrach. Sie stoben in alle Richtungen auseinander. Jesus blieb am Kreuz zurück. Leidend. Sterbend. Und auch: Ganz allein. Karfreitag ist die Geschichte vom totalen ‘Nicht-Zäme’. Sie gipfelt in Jesu Schrei am Kreuz: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?» Das ist der schlimmstmögliche Gegensatz zu allem, was wir anstreben. Und nun? Dass der Riss irgendwie repariert werden könnte, wagte am Karfreitag niemand zu hoffen. Wie auch? Ideen, wie das möglich sein könnte, fehlten.
Aber heute ist Ostern! Und Ostern ist das Fest, das jede Trennung aufhebt! Sogar die endgültige und radikale Trennung durch den Tod. Gott hat den Tod überwunden, hat Christus auferweckt. Und damit ist klar, was wir heute feiern: Jesus nahm die totale Verlassenheit auf sich, damit wir nie wieder gottverlassen und einsam sind. In keiner Situation sind wir ohne Gott. Jesu Auferstehung begründet ein neues, stabiles Miteinander. In Christus bleiben wir ‘Zäme’, mit Gott und miteinander. Trotz allen Andeutungen und Versprechen, die Jesus den Jünger:innen vor seiner Passion gemacht hatte. Damit hatte niemand gerechnet. Eine solche Wende war schlicht nicht vorstellbar. Ostern war die totale Überraschung. Darum heisst das Thema meiner Osterpredigt: Die Kraft der Überraschung.
Predigt vom Karfreitag, 03.04.2026 in der EMK Adliswil zu Matthäus 27,45–50
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Liebe Gemeinde,
in meinen Predigten bis Pfingsten geht es um ‘Zäme – d’Chraft vom Mitenand’. Dieses Thema scheint Karfreitag auf den ersten Blick in seine Einzelteile zu zerlegen. Da hat nämlich das ‘Zäme’ überhaupt nicht funktioniert. Die Gemeinschaft der Jünger:innen, die Jesus aufgebaut hatte, zerbrach. Sie stoben in alle Richtungen auseinander. Und liessen Jesus ganz allein. Karfreitag mutet uns den radikalen Kontrast zum ‘Zäme’ zu, das wir eigentlich anstreben. Seine Geschichte erzählt vom totalen Zerriss, der jede menschliche Gemeinschaft bedroht. Jesus leidet in absoluter Isolation. Seine Passion ist die Geschichte vom absoluten ‘Nicht-Zäme’.
Predigt vom 08.02.2026 in der EMK Adliswil zu Lukas 7,36–50
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Liebe Gemeinde,
noch einmal das Thema: ‘Gute Nachricht’. Es hat uns in den bisherigen Predigten des Jahres 2026 begleitet. Vor einer Woche ging es um den Wortschatz des Glaubens. Davor haben wir darüber nachgedacht, dass wir als Christ:innen ein ‘Live-Ticker’ für Gottes gute Nachrichten sein können – und sollen. Weiter haben wir die Gnade als das Hauptwort des Evangeliums identifiziert. Sie ist die Art und Weise, wie Gott uns in Christus begegnet. Sie hat das letzte Wort, muss das letzte Wort haben. Zugleich steht Gnade für das Protest-Potenzial des Evangeliums in unserer leistungsorientierten Zeit. Sie widerspricht moderner Gnadenlosigkeit und malt den Gegenentwurf Gottes zu unserer Welt. Dabei ist Gnade kein ideologischer (→ theoretischer) Kampfbegriff. Sondern sie geschieht und wirkt konkret. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte von der Salbung Jesu durch eine Frau. Wir haben sie so, wie sie das Lk-Ev erzählt, bereits als Schriftlesung gehört. Gnade ist darin etwas Sinnliches. Sie wird riechbar, füllt den Raum, ja das ganze Haus. Diesen Duft wird niemand je wieder vergessen haben, der oder die dabei war.
Predigt vom 25.01.2026 in der EMK Adliswil zu Johannes 14,1–7 u.a.
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Liebe Gemeinde,
„Nur Jesus?! – Wirklich?!“ Die Frage ist alles andere als harmlos. Deshalb das Ausrufezeichen. Es klingt eng, ausgrenzend, vielleicht auch arrogant: „Nur Jesus! Sonst nichts!“ Das muss Widerspruch auslösen in unserer pluralistischen, auch religiös vielfältigen Welt. Doch das Evangelium bleibt dabei: Es zählt nur Jesus! Nicht einmal Christ:innen schaffen es, ganz dabei zu bleiben. Der katholische Theologe Alfred Loisy hat einmal formuliert: „Jesus verkündete das Reich Gottes – gekommen ist die Kirche.“ Das trifft gerade heute einen Nerv. Weil es gerade in Kirchen nicht nur um Jesus geht. Viele Menschen heute haben eigentlich kein Problem mit Jesus. Aber sehr wohl mit dem, was aus ihm geworden ist: Mit Kirchen, Dogmen, Machtstrukturen, Grenzziehungen. Die Jesus so bestimmt nicht wollte! Er hat keine Institution gegründet, kein System aufgebaut, kein Regelwerk geschrieben. In ihm und durch ihn wuchs und wächst das Reich Gottes. Es hat sein Gesicht. In diesem Reich pulsieren Jesu Geist und Herz. Gottes Reich schliesst Menschen ein, nicht aus. Es verurteilt nicht, sondern befreit. Es fordert nicht, sondern lädt ein. Gottes Reich wuchs aus dem Leben, wie Jesus es führte. Das ist die gute Nachricht. Das Evangelium. Darum geht es in allen Predigten bis zu den Sportferien.
Weihnachtspredigt am 25.12.2025 in der EMK Adliswil zu Matthäus 1,18–25
Liebe Gemeinde,
wir stellen uns Weihnachten gerne harmonisch vor: Besinnliche Ruhe; Lichter, die das Dunkel verzaubern; wohltuend berührende Geschichten; herzerwärmende Musik – kurz: die perfekte Idylle. Heile Welt. Doch die biblischen Weihnachtsgeschichten beginnen anders. Wir haben gehört, wie Mt erzählt: Er tut es aus der Sicht Josefs. Erzählt von einer ungeplanten Schwangerschaft. Von einem Mann, der sich fragt, ob er seiner Verlobten noch trauen kann. Die Situation hat das Potenzial, zum handfesten Skandal im Dorf zu werden. Aber auch davon, dass dieser Mann anders reagieren kann als zu erwarten wäre. Dank Gott. Weihnachten beginnt also mit einer Krise. Marias und Josefs Leben wird plötzlich auf den Kopf gestellt. Josef erfährt, dass Maria schwanger ist. Er weiss genau: ‘Von mir kann dieses Kind nicht sein!’ Für ihn bricht die Welt zusammen. Das Vertrauen bricht: Was werden die Leute sagen? Wie kann ich mich je im Dorf wieder sehen lassen?
Impuls im ökumenischen Gottesdienst zum 1. Advent am 30.11.2025 im Zelt auf dem Kronenwiesenplatz zu Lukas 1,26–38
Liebe Gemeinde,
wir sind im Advent angekommen. Wir sind gewissermassen in Erwartung. Wir war-ten auf Licht ins Dunkle. Wir warten auf Wärme in der Kälte. Wir warten auf das Fest. Wir warten auf freie Tage. Wir erwarten, dass es wieder so wird, wie wir es lieben: Stimmungsvoll. Festlich. Gut.
Biblische Texte im Advent laden uns aber ein, mehr zu erwarten. Nicht nur, was wir schon kennen. Es könnte doch mehr und ganz anderes möglich werden. Gott vermag mehr, als wir zu hoffen wagen. – MARIA hat erlebt: Gott erwartet mehr als das Übliche, das Normale. Darum stellte der Besuch von Gabriel für sie so ziemlich alles auf den Kopf. – Sie war ja noch sehr jung, 12 oder vielleicht 13jährig. Mehr nicht. Sie war verlobt mit Josef. Ihre Erwartungen waren darum: Heiraten; ein Mann, der sie liebt; Kinder. Ein normales Leben eben. Sie hoffte wohl schon auch auf das Kommen des Messias. Doch sie rechnete nicht damit, dass sie das so persönlich betreffen würde.
zum vorläufig letzten Mal predige ich heute über den ‘Segen des Aufbruchs’ (→ Es ist die 7. Predigt seit den Sommerferien. Falls jemand eine verpasst hat: Von allen Predigten liegen noch Ausdrucke auf. Oder: Siehe Website oder Blog). Das Ziel dieser Predigten war/ist, etwas Mut zu machen für Veränderungen und Schritte. Im persönlichen Leben genauso wie im Miteinander als Gemeindebezirk. Wenn die Angst etwas kleiner und dafür Vertrauen und Mut etwas grösser geworden sind, wäre viel gewonnen. Viele Aspekte vom Aufbrechen sind zur Sprache gekommen. Hoffentlich ist Manches klarer geworden. Und der Glaube daran gewachsen: Aufbrechen ist verheissungsvoll. Gottes Segen begleitet uns und geht uns voran, wo wir Schritte tun. Nicht ‘wegpredigen’ lässt sich freilich, dass aufzubrechen Mut verlangt. Es ist eine Challenge. Ist mit Risiken verbunden. Jeder Aufbruch ist ein Schritt in die Unsicherheit. Es braucht darum Vertrauen. Dabei tun wir wohl manche Schritte ‘contre-coeur’ oder gegen das Bauchgefühl. Schliesslich ist uns oft sehr bewusst, was schief gehen könnte. Nur: Null-Risiko gibt es nicht. Nicht einmal im Glauben. Ausserdem: Auch wer stehen bleibt, geht ein hohes Risiko ein: Er/sie könnte das Leben schlicht verpassen. Und viele gute Erfahrungen mit Gott blieben ‘ungelebt’.