In eigener Sache: DANKE

Pho­to by Wil­helm Gun­kel on Unsplash

Die Pan­de­mie-Si­tua­ti­on ent­schärft sich. Mehr und mehr Ein­schrän­kun­gen wer­den ge­lo­ckert. Auch als Kir­chen kön­nen wir dar­an ge­hen, ers­te Got­tes­diens­te wie­der vor Ort durch­zu­füh­ren. Al­ler­dings sind da­bei noch vie­le Re­geln zu be­ach­ten und es braucht ei­ni­ges an Vor­be­rei­tun­gen und Über­le­gun­gen, da­mit das zu ei­nem gu­ten Er­leb­nis wird. Das for­dert viel Auf­merk­sam­keit und Zeit. — Aus die­sem Grund gön­ne ich mir auf dem Blog bis auf Wei­te­res ei­ne Pause.

Herz­li­chen Dank fürs Le­sen, für al­le Kom­men­ta­re und auch Feed­backs über an­de­re Ka­nä­le in den ver­gan­ge­nen gut 11 Wo­chen. Ich ha­be mich ge­freut, via die­sen Blog nicht nur als Ver­kün­di­ger ak­tiv blei­ben zu kön­nen, son­dern vor al­lem selbst auch ein Stück Kir­che zu erleben.

Herz­li­chen Dank an al­le, die in den letz­ten Wo­chen ein­mal et­was mit dem Ver­merk ‘Kol­lek­te Blog’ auf das Kon­to des EMK-Be­zirks Ad­lis­wil-Zü­rich 2 ein­ge­zahlt ha­ben. Und für je­ne, die das noch tun wol­len, hier die Kon­to-An­ga­ben: PC Kon­to: 80–35783‑5; IBAN: CH69 0900 0000 8003 5783 5; Evan­ge­lisch-me­tho­dis­ti­sche Kir­che in der Schweiz; Be­zirk Ad­lis­wil-Zü­rich 2, 8004 Zürich

Wie es ge­nau wei­ter­geht mit mei­nem Blog, ist noch of­fen. Ver­mut­lich wer­de ich mit der Zeit ge­le­gent­lich wie­der Bei­trä­ge pos­ten. Aus­ser­dem möch­te ich auch die Idee wie­der auf­neh­men, zu von mir ge­hal­te­nen Pre­dig­ten Hilfs­ma­te­ria­li­en für Haus­krei­se be­reit zu stel­len. — Ei­ne Ter­min­pla­nung exis­tiert da­für aber noch nicht. Einst­wei­len freue ich mich dar­auf, peu à peu Kir­che wie­der ver­mehrt auch auf an­de­ren als di­gi­ta­len Ka­nä­len zu er­le­ben und ge­stal­ten. Und ich bin ge­spannt auf die Er­fah­run­gen, die wir als Ge­mein­de bzw. Be­zirk da­bei ma­chen werden.

GASTBEITRAG: Wunder

Bild­quel­le: https://oraciontaizecadiz.wordpress.com/

von Pfr. Chris­toph Schluep, Re­gen­bo­gen­kir­che EMK Zü­rich 2

Bi­bel­text: Mar­kus 8,1–9

Bei der Ge­schich­te von der Spei­sung der 4000 ist Vie­les ganz aussergewöhnlich: 

Zum ei­nen steht nur zwei Ka­pi­tel vor­her die Ge­schich­te der Spei­sung der Fünf­tau­send. Sie wird hier fast wört­lich wie­der­ge­ge­ben. Schlaue Theo­lo­gen spre­chen ger­ne von ei­ner Dop­pel­über­lie­fe­rung, dh. ei­ne Ge­schich­te wird zwei­mal se­pa­rat über­lie­fert, weil sie nicht ganz iden­tisch sind. Nie­mand merkt es, nur wir, 2000 Jah­re spä­ter, weil wir so ge­scheit sind. Aber das ist na­tür­lich Un­sinn: Mar­kus wuss­te sehr wohl, dass er ein fast iden­ti­sches Wun­der  kurz vor­her er­zählt hat. Das Aus­ser­ge­wöhn­li­che dar­an ist nun nicht mehr die Ver­meh­rung des Bro­tes — je­deR Le­se­rIn weiss, dass Je­sus das kann. Aus­ser­ge­wöhn­lich ist, dass die Jün­ger es of­fen­bar nicht be­grif­fen ha­ben. Sie sind das zwei­te Mal eben­so sprach­los und ideen­frei wie das ers­te Mal. Das scheint mir der geist­li­che Clou die­ser Ge­schich­te zu sein. 

Ein wei­te­re Ge­sichts­punkt ist die Selbst­ver­ständ­lich­keit des Wun­ders: Je­sus dankt nur, und dann ist viel mehr da, als be­nö­tigt wird. Wie es ge­schieht, wird nicht er­zählt. Dass es je­man­dem auf­ge­fal­len wä­re, auch nicht. Es pas­siert ein­fach so, als wä­re es alltäglich. 

Und schliess­lich: Die­se Ge­schich­te er­in­nert mich auf ei­ne fast schon scho­ckie­ren­de Art an die Zeit, in der wir ge­ra­de le­ben: Aus nichts wird sehr, sehr viel, und wir wis­sen nicht, wie es ge­schieht. Nicht Brot, aber Tod. 

Drei Ge­dan­ken­an­stös­se zu drei Gesichtspunkten: 

1. Wie oft müs­sen wir et­was er­le­ben, be­vor wir es glau­ben kön­nen bzw. es so tief in un­se­re See­le hin­ein­sinkt, dass wir ein nächs­tes Mal dar­auf ver­trau­en kön­nen? Wie oft muss uns Gott hel­fen oder ei­nen Weg zei­gen, bis wir in der nächs­ten Sack­gas­se nicht wie­der ver­zagt und hoff­nungs­los vor dem Berg ste­hen, son­dern uns ver­trau­ens­voll an Je­sus wen­den, weil wir glau­ben und er­fah­ren ha­ben und wis­sen, dass er hilft? Viel­leicht wä­re das heu­te Hil­fe zur Hoff­nung: Hat er dich je hängenlassen? 

2. Je­sus dankt, und aus fast nichts wird sehr viel. Nun, ich kann kein Brot ver­meh­ren, aber ich kann dan­ken. Und se­hen, was ich wirk­lich ha­be und nicht bloss ver­mis­sen, was mir fehlt. Das macht mein Le­ben reich. Es bleibt aber die Auf­ga­be des Ver­tei­lens: Je­sus macht nicht Brot für sich, son­dern für die an­de­ren. Auch mein Brot ge­hört nicht nur mir. Was ich dan­kend als Ga­be Got­tes er­ken­ne, ist im­mer auch ei­ne Ga­be Got­tes an mich — durch mich — für andere. 

3. Wer je ge­zwei­felt hat, ob Brot sich über­haupt ver­meh­ren kann und ob die­se Ge­schich­te nicht ein­fach ein Am­men­mär­chen ist, merkt jetzt, wie we­nig es wirk­lich braucht, da­mit plötz­lich al­les still­steht, weil die un­hei­li­ge Ver­meh­rung nicht mehr zu stop­pen ist. Oder hät­te je­mand von uns ge­dacht, dass wir noch Zeu­gIn­nen ei­ner mo­der­nen Pest wer­den? Die­se Ge­schich­te gibt mir aber trotz­dem Hoff­nung: Wo vie­le viel brau­chen und nichts mehr ha­ben, da teilt Je­sus aus. Wann und wie weiss ich auch nicht, aber ich weiss:  „Da sagt Je­sus zu den Jün­gern: Das Volk tut mir leid.“ (Mar­kus 8,2). Das bringt das Bild oben zum Aus­druck — et­was kit­schig viel­leicht, aber nicht min­der wahr.