be-geist-ert

Apos­tel­ge­schich­te 2,1–13

In­put im Be­zirks­wo­chen­en­de der EMK Ad­lis­wil-Zü­rich 2 am Sonn­tag, 22.05.2022

Co­py­right: Cher­ry­deck on unsplash.com

Lie­be Gemeinde,

ver­gan­ge­nen Sonn­tag bin ich mit vie­len FCSG-Fans Zug ge­fah­ren. Es war ja der Cup­fi­nal. Der gan­ze Zug war von grün-weiss be­stimmt. Am Mor­gen wa­ren die Leu­te vol­ler Vor­freu­de. Die At­mo­sphä­re knis­ter­te, auf ei­ne durch­aus an­ge­neh­me Wei­se. Am Abend war es dann ziem­lich still. Der FCSG ist ja ge­gen den FC Lu­ga­no ziem­lich un­ter­ge­gan­gen. Die Stim­mung war aber auch da friedlich.

Was ha­ben Fuss­ball-Fans mit un­se­rem Glau­ben zu tun? Kann man von ih­nen et­was ler­nen im Blick auf ‘Feu­er und Flam­me’ sein? – Nun ja, Fuss­ball-Fans (ich re­de jetzt nicht von den ‘Ul­tras’) sind sehr be­geis­te­rungs­fä­hig. Sie sind Feu­er und Flam­me für ih­ren Ver­ein. Und sie blei­ben ihm treu, auch in schwie­ri­gen Zei­ten. – Ei­gen­schaf­ten, die Chris­ten im Ver­hält­nis zu ih­rem Glau­ben ge­nau­so gut an­ste­hen. Dar­über hin­aus bie­tet der Fuss­ball al­ler­lei Ver­glei­che für un­ser Glaubensfeuer.

„be-geist-ert“ wei­ter­le­sen

Nie allein

Pre­digt­rei­he EVANGELIUM IV

Co­py­right Rai­ner Sturm  / pixelio.de

Bi­bel­tex­te: Psalm 23,4; Mat­thä­us 28,18–20

je­der drit­te Haus­halt in der Schweiz ist ein Ein­per­so­nen­haus­halt. D.h. En­de 2020 leb­te ein gu­ter Sechs­tel (→ 17%) der CH-Be­völ­ke­rung al­lein. Ist das nun ein Zei­chen, dass In­di­vi­dua­lis­mus und Ego­is­mus über­hand neh­men? Nicht we­ni­ge le­ben doch frei­wil­lig al­lein. Oder wer­den da­hin­ter an­de­re Zu­sam­men­hän­ge sicht­bar? Sehr vie­le wol­len näm­lich gar nicht al­lein woh­nen. Son­dern die Um­stän­de ha­ben sie in die­se Si­tua­ti­on ge­zwun­gen. Weil der Part­ner bzw. die Part­ne­rin ge­stor­ben ist oder zu krank/schwach ist. Weil ei­ne Be­zie­hung in die Brü­che ge­gan­gen ist. Weil die be­ruf­li­che Si­tua­ti­on nur ei­ne Fern­be­zie­hung oder Wo­chen­en­de­he er­laubt. Weil man nie­man­den ge­fun­den hat, mit dem oder der man zu­sam­men­le­ben kann und will …
Und si­cher ist: So­gar Men­schen, die frei­wil­lig und ger­ne al­lein woh­nen, wol­len nicht ein­sam sein. Ein so­zia­les Netz brau­chen und su­chen al­le. Doch längst nicht im­mer fin­den sie das auch. Und dann lei­den sie un­ter Ein­sam­keit. Die ist schon län­ger zu ei­nem Mas­sen­phä­no­men ge­wor­den. Die Pan­de­mie hat dies noch ver­stärkt. Ak­tu­ell gibt et­wa ein Drit­tel der Men­schen, die in der CH woh­nen, an, dass sie un­ter Ein­sam­keits­ge­füh­len lei­den (No­ta­be­ne: Das sind fast dop­pelt so vie­le wie Al­lein­le­ben­de!). Be­son­ders ge­fähr­det sind of­fen­bar Ju­gend­li­che und Se­nio­rIn­nen, da­zu Mi­gran­tIn­nen. – Ein­sam­keit oder die Angst da­vor ken­nen die meis­ten Leu­te. Den­noch ist es ein Ta­bu­the­ma. Schliess­lich: Nur Ver­lie­re­rIn­nen füh­len sich ein­sam. Das ist die un­aus­ge­spro­che­ne, aber weit­hin do­mi­nie­ren­de Mei­nung. – So ist Ein­sam­keit – auch we­gen der Ta­bui­sie­rung — ein gros­ses Pro­blem. Man kann so­gar von ei­ner Volks­krank­heit reden.

„Nie al­lein“ wei­ter­le­sen

GASTBEITRAG: Willkommen sein

Pho­to by Be­lin­da Fewings on Unsplash

Bi­bel­tex­te: z.B. Mat­thä­us 11,28; Lu­kas 15,11–32; Jo­han­nes 6,37

von Pfr. Ro­bert Seitz aus sei­nem Buch ‘of­fe­ne Fenster’ 

An ei­nem Ort, in ei­nem Kreis von Men­schen nicht will­kom­men zu sein, das ist ei­ne schwie­ri­ge Er­fah­rung. Du gehst, so wie du bist, zum Bei­spiel in ein Re­stau­rant. Dann kommt ein Kell­ner und ser­viert dir auf ei­nem Tel­ler die No­tiz: Wir bit­ten Sie, un­auf­fäl­lig die­ses Lo­kal zu ver­las­sen. Et­was stimmt nicht mit dir in die­sem Lo­kal: Dei­ne Kla­mot­ten, dei­ne Fri­sur oder die Art und Wei­se, wie du her­ein­ge­kom­men bist. Oder du machst den Ein­druck, dass du nicht viel Geld hast. Du bist auf je­den Fall nicht willkommen.

„GASTBEITRAG: Will­kom­men sein“ wei­ter­le­sen