Lichtblick statt Sündenbock — Jesus beendet die Jagd nach Sündenböcken

Predigt zu Johannes 9,1–7 am Son­ntag, 06.09.2026 in der EMK Adliswil

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let­zten Son­ntag habe ich im Zug auf dem Weg nach Affoltern a.A. (→ Kanzeltausch) die ersten Nachricht­en darüber gele­sen, dass in Aarau am Rande ein­er Par­ty Schüsse gefall­en seien. Man wusste noch kaum etwas. Den­noch wucherten in den Kom­men­tarspal­ten schon Speku­la­tio­nen, Mei­n­un­gen und ver­meintliche Erk­lärun­gen: War es ein Amok­lauf? War es ein Atten­tat? Poli­tisch motiviert? Warum sagt die Polizei nichts? Was läuft da im Hin­ter­grund (→ Ver­schwörung?)? Wer ist schuld? Warum sind solche Par­tys bis in die Mor­gen­stun­den über­haupt erlaubt? Bei der Musik (Tech­no; es war eine Rave-Par­ty) müssen ja Leute durch­drehen ….
Es passiert immer wieder: Kaum wird ein Unglück, Gewalt oder eine Krise gemeldet, will die Öffentlichkeit wis­sen, warum und wieso. Wir wollen Erk­lärun­gen! Und vor allem: Wir wollen jeman­den, den wir dafür ver­ant­wortlich machen kön­nen. Einen Schuldigen. Einen Sün­den­bock. – Dieser Reflex steckt tief in uns Men­schen. Wir meinen: Wenn wir nur wis­sen, wer schuld ist, dann ist die Welt geord­net und wir haben das Leben wieder im Griff: Fall gelöst, Akte zu, Welt gerettet…
Unter­dessen ist der Täter von Aarau gefasst. Die Polizei beze­ich­net das Ereig­nis als Amok. Kein Ter­ror­is­mus also. Keine poli­tis­che Moti­va­tion. Son­dern es hat schlicht ein­er durchge­dreht… Das beruhigt nicht, erk­lärt nichts und ord­net wenig. Es bedeutet ja: Ein Restrisiko lässt sich nicht auss­chliessen. Es kann immer etwas passieren. Auch wenn alle alles richtig machen. Sog­ar bei uns. In der ver­meintlich heilen und sicheren Schweiz.

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Mutig, weil Christus in uns lebt

Predigt zu Galater 2,16–21 am Son­ntag, 23.08.2026 in der EMK Adliswil

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dieses Lied hat Ohrwurm-Poten­zial: „In dir ist mein Leben, in dir meine Stärke, in dir meine Hoff­nung, in dir, o Herr!“ Wie oft habe ich es schon mit­ge­sun­gen … und dann am So-Nach­mit­tag kaum mehr aus dem Kopf gebracht. Es ‘groovt’ halt (→ der Rhyth­mus reisst mir). Dazu die ein­fache Melodie und ein eingängiger Text: „In dir ist mein Leben, in dir meine Stärke.“
Freilich: So toll ein Lied auch sein mag. Als Ohrwurm kann es einem auf den Weck­er gehen. Dazu die Frage: Wo bleibt sie denn, diese Kraft bzw. Stärke? Wenn eine Her­aus­forderung auf mich wartet? Wenn der Feier­abend auf sich warten lässt? Oder wenn es am Mor­gen beim Auf­ste­hen da und dort im Kör­p­er zwickt und ich viel Anlauf brauche, bis ich nur zur Kaf­feemas­chine komme?
Vor zwei Wochen lautete das The­ma ‘mutig vor­wärts­ge­hen’: Wir kön­nen Schritte wagen, weil Chris­tus uns ergrif­f­en hat. Am let­zten Son­ntag ging es um Elia und darum, wie es nach ein­er grossen Krise bei und dank Gott neuen Mut gefun­den hat. Und heute heisst es nun: Mutig, weil Chris­tus in uns lebt. – Ich hat­te das gar nicht als Predigtrei­he geplant. Son­dern mich für die Predigt ein­fach wieder ein­mal auf Perikopen (→ im 6‑Jahres-Tur­nus vorgeschla­gene Predigt­texte für jeden Son­ntag). Den Zusam­men­hang ent­deck­te ich erst im Lauf der Predigtvorbereitungen.

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In Gottes Schule

Predigt am Son­ntag, 07.06.2026 in der EMK Adliswil zu Jona 1–4

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Liebe Gemeinde,

auch wenn für die meis­ten von uns die Schulzeit schon sehr lange her ist: Aus­gel­ernt hat man nie. Wer weit­erkom­men will, darf nicht aufhören dazu zu ler­nen. So ist es auch beim Glauben. Wir sind immer wieder in Gottes Schule.
In der öku­menis­chen Musi­cal­woche im Früh­jahr haben wir uns mit dem Propheten Jona beschäftigt. Mit den Kindern haben wir ent­deckt, wie Gott Jona in die Schule genom­men hat. Dabei hat er viel von und über Gott gel­ernt. Für Jona zeigte sich Gott als geduldiger, aber auch hart­näck­iger Lehrer. Er blieb dran, bis sein Schüler die Lek­tio­nen begrif­f­en hat­te.
Das atl. Buch Jona ist übri­gens ein ganz spezielles Propheten­buch. Die Büch­er der Propheten enthal­ten meis­tens viele Worte, Sätze und Predigten, die diese in Gottes Namen verkün­de­ten. Von Jona aber lesen wir kaum ein Zitat. Dafür eine aus­führliche Geschichte. Sie erin­nert in vielem eher an ein Gle­ich­nis aus dem NT. Es ist eine Beispielgeschichte, von der wir für unser Leben und Glauben ler­nen kön­nen. Wer die Jon­ageschichte liest, drückt also gewis­ser­massen mit ihm Gottes Schulbank.

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Amazing Grace (Gute Nachricht V)

Predigt vom 08.02.2026 in der EMK Adliswil zu Lukas 7,36–50

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Liebe Gemeinde,

noch ein­mal das The­ma: ‘Gute Nachricht’. Es hat uns in den bish­eri­gen Predigten des Jahres 2026 begleit­et. Vor ein­er Woche ging es um den Wortschatz des Glaubens. Davor haben wir darüber nachgedacht, dass wir als Christ:innen ein ‘Live-Tick­er’ für Gottes gute Nachricht­en sein kön­nen – und sollen. Weit­er haben wir die Gnade als das Haupt­wort des Evan­geli­ums iden­ti­fiziert. Sie ist die Art und Weise, wie Gott uns in Chris­tus begeg­net. Sie hat das let­zte Wort, muss das let­zte Wort haben. Zugle­ich ste­ht Gnade für das Protest-Poten­zial des Evan­geli­ums in unser­er leis­tung­sori­en­tierten Zeit. Sie wider­spricht mod­ern­er Gnaden­losigkeit und malt den Gege­nen­twurf Gottes zu unser­er Welt.
Dabei ist Gnade kein ide­ol­o­gis­ch­er (→ the­o­retis­ch­er) Kampf­be­griff. Son­dern sie geschieht und wirkt konkret. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte von der Sal­bung Jesu durch eine Frau. Wir haben sie so, wie sie das Lk-Ev erzählt, bere­its als Schriftle­sung gehört. Gnade ist darin etwas Sinnlich­es. Sie wird riech­bar, füllt den Raum, ja das ganze Haus. Diesen Duft wird nie­mand je wieder vergessen haben, der oder die dabei war.

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Gnade (Gute Nachricht I)

Predigt vom 11.01.2026 in der EMK Adliswil zu Titus 2,11

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Liebe Gemeinde,

als Kinder mussten wir beim Mit­tagessen schweigen, solange die Nachricht­en am Radio liefen. Nachricht­en waren und sind eben wichtig. Wobei wir heute wohl öfter von News reden. Doch so oder so: Man will und muss informiert sein. Es gibt Break­ing News, die im Schrift­band über den Bild­schirm laufen. Es gibt immer mehr Fake News. Wir informieren uns über die Tagess­chau, die Tageszeitung (wer hat sie noch auf Papi­er? Ich z.B. nicht) oder auch via Social Media (was freilich heikel sein kann, weil Vieles schw­er über­prüf­bar ist). Bei ganz drama­tis­chen Ereignis­sen oder Umstän­den liefert uns der News-Tick­er sog­ar im Minu­ten­takt Infos auf das Handy. Oft bis meis­tens sind es ‚Bad News‘ – schlechte Nachricht­en, die uns so erre­ichen. Sie kön­nen uns belas­ten und aufwühlen.
In der Bibel gibt es auch schon News bzw. Nachricht­en. Das Wort Evan­geli­um ist näm­lich sozusagen die Urform der Nachricht. Die griechis­che Vor­silbe Eu macht sie speziell. Sie bedeutet ‚gut‘ oder ‚wohl‘. Evan­geli­um heisst also gute Nachricht, fro­he Botschaft. Es bietet ‘good News’. Evan­geli­um ist von seinem Wesenskern eine gute, ja die beste Nachricht. — Während andere News uns sagen, was alles falsch und schief gelaufen ist, sagt das Evan­geli­um uns, was Gott wieder gut gemacht hat. Das Evan­geli­um sagt uns nicht, was wir tun müssen. Vielmehr spricht es uns zu, was Gott für uns getan hat. Dazu müsste es einen Live-Tick­er geben, der uns per­ma­nent News auf das Handy schickt.

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Kraft in der Schwachheit (aus dem Vollen schöpfen III)

Predigt zu 2. Korinther 12,9 in der EMK Adliswil am 23.03.2025

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Liebe Gemeinde,

‚Lass dir an mein­er Gnade genü­gen, denn meine Kraft ist im Schwachen mächtig‘ Paulus hat das geschrieben. Ver­mut­lich con­tre Coeur. Denn auch Paulus wün­schte sich sich­er nicht, schwach zu sein. Das wün­scht sich nie­mand. Nein! Men­schen wollen stark sein, nicht schwach. Sie wollen gewin­nen und nicht knapp am Siegerpodest vor­beis­chram­men. Sie wollen selb­st­bes­timmt und unab­hängig entschei­den kön­nen. Sie wollen den Schwachen helfen. Sie wollen nicht selb­st schwach, hil­fs­bedürftig und abhängig sein. Den­noch ken­nen alle auch Erfahrun­gen und Momente der Schwäche. Ich meine jet­zt nicht die Erschöp­fung, wenn man ein Ziel erre­icht hat. Dann ist man bei aller Müdigkeit auch zufrieden und dankbar. Son­dern ich meine: K.o. sein, wenn man alles gegeben und doch nichts erre­icht hat. Wie sich ein Burnout anfühlt: Die Kraft ist weg. Und sie bleibt weg. Wom­it auch Zuver­sicht, Ideen, Moti­va­tion fehlen. So geht es einem Fuss­baller im Moment, da das Spiel um den Lig­aer­halt ver­loren und der Abstieg unver­mei­d­bar gewor­den ist. Von solch­er Schwäche schreibt Paulus.

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Es hat genug (aus dem Vollen schöpfen I)

Predigt zu Markus 6,34–44 in der EMK Adliswil am 26.01.2025

Liebe Gemeinde,

von der Tagung ‚Bunt glauben‘ am vor­let­zten Sa habe ich zwei Sätze mitgenom­men. Zunächst: Die Gnade hat das let­zte Wort. — Egal wo, egal wie. Die Gnade hat das let­zte Wort! Das charak­ter­isiert unseren Glauben. Auch viele andere Ide­olo­gien, Philoso­phien und Reli­gio­nen ken­nen Gnade. Aber sie geben der Gnade nicht das let­zte Wort. Christ:innen schon: Die Gnade hat das let­zte Wort!

Das begrün­det den zweit­en Satz, den ich seit vor­let­ztem Sam­stag mit mir trage: Wir glauben hoff­nungsvoll. Dieser Satz stammt aus ein­er Arbeit des Bil­dungszen­trums Bienen­berg. Sie for­mulierte in 13 The­sen, wie (wohlge­merkt: Wie, nicht was) Christ:innen heute glauben kön­nen. Diese The­sen grup­pieren sich in vier The­men­bere­iche, näm­lich: 1. Wir glauben Jesus; 2. Wir glauben gemein­schaftlich; 3. Wir glauben engagiert; und eben – das hat es mir beson­ders ange­tan- 4. Wir glauben hoffnungsvoll!

Hoff­nung gehört nach Paulus neben Glaube und Liebe zu den grossen, bleiben­den drei (vgl. 1. Kor 13,13). Spätestens seit der Aufer­ste­hung Christi gehört Hoff­nung zum Kern unseres Glaubens. Glaube an Chris­tus ist hoff­nungsvoll, macht Hoff­nung, steckt andere mit Hoff­nung ein. Dabei ist zu unter­stre­ichen: Wir reden hier nicht nur von der Hoff­nung auf die Vol­len­dung irgend­wann am Ende. Das Bil­dungszen­trum Bienen­berg ist renom­miert für seine Frieden­s­the­olo­gie, Kon­flik­t­forschung und Ver­söh­nungsar­beit. Darum ver­ste­ht es die Hoff­nung dies­seit­ig: Gott will das Beste für die Welt und seine Men­schen. Er will diese Welt in einen friedlicheren Ort trans­formieren. Dafür engagiert er sich … und wir hof­fentlich auch.

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Werte III: Tragende, grosszügige und befähigende Gemeinschaft

2. Mose 20,32. Korinther 9,8

Gehal­ten am 28.01.2024 in der EMK Adliswil

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Liebe Gemeinde,

zum drit­ten Mal beschäfti­gen wir uns heute mit den Werten unser­er Kirche / Gemeinde. Zuerst ging es um Inklu­sion = Ein­schliesslichkeit. Dann beschäftigten wir uns let­zten Son­ntag damit, dass der dreieinige Gott Mit­tel- und Aus­gangspunkt der Gemeinde sein und bleiben müsse. Heute nun geht es um das Wesen der kirch­lichen Gemein­schaft. Sie soll tra­gend, grosszügig und befähi­gend sein.

Begin­nen wir mit den Wörtern Kirche und Gemeinde. Im Griechis­chen ste­ht hin­ter Kirche der Begriff ‚Ekkle­sia‘. Es leit­et sich von einem Verb ab, das ‚her­aus­rufen‘ bedeutet. Die Kirche ist dem­nach die Ver­samm­lung oder Gemein­schaft der Her­aus­gerufe­nen ( … aus der Ein­samkeit in die Gemein­schaft; aus der Dunkel­heit ins Licht; aus der Got­tferne (‚Sünde‘) in die Beziehung zu Gott). Im Deutschen ist ‚Kirche‘ wohl aus einem anderen griechis­chen Wort ent­standen (kurikon bzw. kuri­akon). Es beze­ich­net, ‚was zum Her­rn gehört‘. Kirche bilden also diejeni­gen, die zum Her­rn gehören. Oder, bei­des zusam­men­fassend: Kirche ist die Gemein­schaft der in die Gotte­skind­schaft Berufenen.

Beim Begriff ‚Gemeinde‘ ist die Her­leitung ein­fach­er. Das Wort kommt von Gemein­schaft. Im Griechis­chen ist das ‚Koinon­ia‘, auf Lateinisch ist es ‚Com­mu­nio‘. In den Paulus­briefen wird es zu einem ganz zen­tralen Begriff. Er beze­ich­net das Miteinan­der der­er, die in ein­er Beziehung mit Chris­tus leben. Dieses Miteinan­der bzw. diese Gemein­schaft ist notabene durch Gottes schöpferisches Wirken begrün­det und geschaf­fen. Sie ist eine Neuschöp­fung oder wenig­stens die Wieder­her­stel­lung der ursprünglichen Gemein­schaft (im Paradies) von Men­schen untere­inan­der – und zusam­men mit Gott.

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Begnadet

Lukas 1,26–38

Gehal­ten am 17.12.2023 (3. Advent) in der EMK Adliswil

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Liebe Gemeinde,

am ver­gan­genen Son­ntag wur­den anlässlich der ‚Sports awards‘ die Schweiz­er Sport­lerIn­nen des Jahres gekürt. Gewon­nen haben mit Lara Gut-Behra­mi und Mar­co Oder­matt zwei beg­nadete Ski­fahrerIn­nen. ‚Beg­nadet‘! Sportre­porter brauchen das Wort gerne. Von Roger Fed­er­er las ich ein­mal, dass er ein ‚beg­nadetes‘ Händ­chen habe. Auch Fuss­bal­lerIn­nen wer­den immer wieder als ‚beg­nadet‘ beze­ich­net. Lionel Mes­si sei ein beg­nade­ter Drib­bler, Erling Håland ein beg­nade­ter Mit­tel­stürmer, Yann Som­mer ein beg­nade­ter Torhüter. Auch im Blick auf Kul­turelles wird der Begriff häu­fig gebraucht. Wir lesen oder hören von beg­nade­ten Schaus­pielerin­nen, Regis­seuren oder Musik­erIn­nen. Aus allen musikalis­chen Sparten und Stilen. Zulet­zt habe ich von Tay­lor Swift, der zur Zeit wohl alle anderen über­strahlen­den Pop-Kün­st­lerin gele­sen: Sie sei eine beg­nadete Musik­erin und – vielle­icht sog­ar noch wichtiger — eine beg­nadete Kommunikatorin.

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Liebe ist verschwenderisch

Markus 4,1–8

Predigt am 03.09.2023 in der EMK Adliswil und in der Regen­bo­genkirche

Paulus schreibt, die Liebe sei das Grösste. Sie übertr­e­ffe sog­ar Glauben und Hoff­nung (vgl. 1.Kor 13,13). Schliesslich: Wenn wir lieben, ver­schenken wir uns selb­st. Mehr, Wertvolleres kann nie­mand geben. Aber Liebende sind auch ver­let­zlich. Darum über­legen wir uns genau, wem wir wann wieviel Liebe schenken. Und knau­sern oft dabei. Aus Angst, ver­let­zt zu wer­den. Aus Sorge, uns selb­st zu verlieren.

Darum wirkt die Geschichte von der Sal­bung Jesu durch eine Frau (→ ntl. Schriftle­sung) befremdlich. Diese Frau übertreibt doch. Sie ist so mass­los in ihrer Liebe zu Jesus. Das scheint unvernün­ftig, und auch unanständig. Wir kön­nen die Jünger ver­ste­hen, die sich kri­tisch äussern.

Doch Jesus gibt ihnen nicht Recht. Er will zeigen: Liebe ist nicht dosier­bar. Sie ist mehr als grosszügig, ist ver­schwen­derisch. Diese Frau set­zt genau Gottes Idee und Vor­bild um. Denn auch er ist in sein­er Liebe gren­zen­los. Unvernün­ftig vielle­icht. Sich­er ver­schwen­derisch. Das ist die Idee. So ist Liebe. Darum ist sie die Grösste. Bei ander­er Gele­gen­heit hat Jesus dieses Wesen von Gottes Liebe in ein­er Beispielgeschichte ver­an­schaulicht. Ich lese Markus 4,1–8 :

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