Am 01. Februar 2022 haben wir in ‘Zäme … mit dr Bible die Geschichte von der Verklärung Jesu zu verstehen versucht. Ich habe beim spannenden Gespräch nicht mitgeschrieben. Aber in meinem Archiv habe ich eine Predigt gefunden, die ich im Sommer 2020 über diesen Bibeltext gehalten habe. Wer sich dafür interessiert, kann einfach auf ‘WEITERLESEN’ klicken .…
von Pfr. Robert Seitz; aus seinem Buch: ‘So weit der Himmel ist — Horizont-Erweiterungen’, S. 182
Es ging ein Mensch in die Kirche, um seinem Gott nahe zu sein. Er bezeichnete sich selber als einen Gläubigen. In seinem Auftreten war er ein lebendiger Vorwurf für die Ungläubigen um ihn herum. Er stand da in der Kirche und lobte seinen Gott mit erhobenen Armen. Mit seinen Liedern erhob er ihn zum Sieger über alle seine Feinde. Er fühlte sich entrückt in die Gegenwart des Allmächtigen und ohne dass er es wusste, kreiste er wie ein Planet um sich selber. Die Engel aber waren in Sorge und flüsterten einander zu: “Wenn er doch nur etwas weniger das Wort ich gebrauchen würde! Hat nicht unser Erlöser Christus im Gebet, das er uns lehrte, dieses Wort kein einziges Mal gebraucht?”
Aber der Mensch betete weiter und sagte: “Ich danke dir, Gott, dass ich näher bei dir bin. Ich bin kein Einbrecher und homosexuell bin ich auch nicht. Ich bin kein Sozialbezüger. sondern ich arbeite. Ich faste zweimal die Woche mit etwas Obst und esse Knoblauch. Ich bin darum gesünder geblieben als andere Leute. Ich gebe von meinem Einkommen ungefähr den Zehnten für gute Zwecke und ich nehme keine Kleinkredite auf.”
Und während er betete, hielten sich die Engel ihre Ohren zu und sagten zueinander: „Jetzt hat er schon wieder zehn Mal ich gesagt.“ Und Gabriel schlug vor: “Dieses Gebet übertragen wir nicht an höchste Stelle.”
Und ein Armer stand da und hatte nur seine innere Armut. Stationen aus seinem Leben tauchten auf in seinem Gedächtnis. Und er brachte die Worte kaum hörbar über seine Lippen: “Gott, deine Liebe ist meine letzte Rettung. Sieh meine Armut und nimm mich an.“ Und die Engel waren sich einig: “Das übertragen wir mit Freude live.”
Der Philipperbrief ist wohl die persönlichste Schrift des Apostels Paulus. Er schrieb den Brief aus dem Gefängnis. Dennoch ist der Grundton ausgespro-chen positiv und herzlich. Am Anfang ist ein Gebet für Paulus’ Glaubensge-schwister in Philippi formuliert: Der Apostel ist sehr dankbar für die Ge-meinde und ihre Freundschaft. Und er ist ausgesprochen zuversichtlich im Blick auf ihren Glauben und ihre Treue. Er schreibt in Phil 1,6 (Luther-Übersetzung): „Ich bin darin guter Zuversicht, dass, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Jesu Christi.“
Coole Leute sind kontaktfreudig. Dank den sozialen Medien ist es heute möglich, mit viel mehr Leuten zugleich Beziehungen zu pflegen. Allerdings bewegt man sich dabei oft vor allem unter Seinesgleichen und damit in einer individuell abgestimmten Blase.
Hunderte oder gar tausende digitaler Freunde mögen Menschen unserer Zeit beeindrucken. Jesus dagegen würde solche Coolness wohl eher kri-tisch hinterfragen: “Was ist denn schon Besonderes daran, wenn ihr nur zu euresgleichen freundlich seid?” (Mt 5,47). Vor allem, wenn die Schar der digitalen Freunde mit Berührungsängsten in analogen Begegnungen einhergeht. Vielleicht meine ich ja nur, gerade keine Zeit zu haben. Vielleicht fürchte ich aber auch, in Probleme hineingezogen zu werden oder ich scheue die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen, anderen Kulturen. Jedenfalls entwickle ich im Alltag bisweilen Berührungsängste, die mich Begegnungen vermeiden und viel verpassen lassen. „Ohne Berührungsangst“ weiterlesen
Immer wieder höre ich, die biblische Botschaft sei einfach zu verstehen und gebe klare Antworten. Den Gospel ‘Jesus is the answer’ singe ich übrigens gerne und aus vollem Herzen mit. Dennoch finde ich eher selten klare Antworten. Viel häufiger erlebe ich, dass die Bibel mich zu Fragen anregt. Je länger ich über einen Bibeltext nachdenke, desto wackliger werden meine Antworten und desto zahlreicher meine Fragen. „Lieber gute Fragen als fertige Antworten“ weiterlesen
Der von Manfred Marquardt und Walter Klaiber herausgegebene Grundriss einer Theologie der EMK[1] trägt diesen Titel: Gelebte Gnade. Diese Formulierung umschreibt in meinen Augen genau, was christliches Leben und Glauben prägt bzw. prägen sollte. Einerseits leben wir aus der Gnade Gottes. Wir sind begnadigte Sünder, die sich von Gott in Christus bedingungslos angenommen wissen dürfen. Andererseits sind wir herausgefordert, unseren Mitmenschen mit genau der Gnade zu begegnen, die Gott uns gewährt. „GELEBTE GNADE: Weiterführende Wege öffnen“ weiterlesen
Niemand ist vollkommen. Alle machen Fehler, immer wieder. Viele davon passieren uns aus Ungeschicklichkeit oder Unwissenheit. Bei anderen wollen wir von Anfang an das Falsche und machen uns schuldig mit dem, was wir tun oder nicht tun. Wir sitzen alle im selben Boot. Für ein gelingendes Miteinander sind wir darauf angewiesen, gelassen und gnädig mit den Fehlern umzugehen, die halt passieren. „Nobody is perfect“ weiterlesen