Begegnung mit Gott

Pho­to by Joshua Ness on Unsplash

zu Jo­han­nes 1,17

Das ers­te Ka­pi­tel des Jo­han­nes-Evan­ge­li­ums ist ein ganz be­son­de­rer Text. Mich fas­zi­niert dar­an ei­ner­seits sein Be­mü­hen, die gu­te Nach­richt von Je­sus in der Spra­che der da­ma­li­gen Phi­lo­so­phie zu for­mu­lie­ren. An­de­rer­seits bringt die­ses Ge­dicht prä­zi­se auf den Punkt, was sich im Neu­en Tes­ta­ment ge­gen­über frü­her ge­än­dert hat. Zu­sam­men­ge­fasst klingt das in der Lu­ther­über­set­zung in Vers 17 so: «Denn das Ge­setz ist durch Mo­se ge­ge­ben; die Gna­de und Wahr­heit ist durch Je­sus Chris­tus ge­wor­den.»

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GASTBEITRAG: Was ist Würde?

von Pfr. Ro­bert Seitz; aus sei­nem Buch: ‘of­fe­ne Fens­ter’, S. 27f

Pho­to by Na­than An­der­son on Unsplash

Wah­re Wür­de hat we­nig zu tun
mit glän­zen­den Or­den auf ei­ner Brust.
Die­se er­in­nern eher an un­wür­di­ge Krie­ge.
Sie hat nicht viel zu tun mit de­zen­ten Klei­dern,
mit dun­kel­blau­en Kos­tüms
oder Na­del­strei­fen und Kra­wat­ten.
Auch der zer­lump­te Bett­ler in Pa­ris
in sei­nen aus­ge­frans­ten Kla­mot­ten,
das schmut­zi­ge Kind auf dem Ab­fall­hau­fen in Rio,
der Aus­sät­zi­ge in So­ma­lia -
sie al­le ha­ben ih­re Wür­de.

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Heilig?

zu Jo­han­nes 2,13–17

Ob­wohl der Be­griff dar­in gar nicht vor­kommt, lässt mich der Be­richt des Jo­han­nes­evan­ge­li­ums von der so­ge­nann­ten Tempelrei­nigung über das Wort “hei­lig” nach­den­ken:  Was ist mir hei­lig? Wie ver­hal­te ich mich im Blick auf mir hei­li­ge Din­ge? Be­droht Un­hei­li­ges Hei­li­ges? Oder ist es viel­leicht eher um­ge­kehrt? „Hei­lig?“ wei­ter­le­sen

GASTBEITRAG: ‘Seid wachsam!’

Pho­to by Mu­rat On­der on Unsplash

von Pfr. Chris­toph Schluep, Re­gen­bo­gen­kir­che EMK Zü­rich 2

Bi­bel­text: Mar­kus 13,33–37

Die An­dacht heu­te ist aus dem 13. Ka­pi­tel des Mar­kus-Evan­ge­li­ums. Es ist die gros­se End­zeit­re­de, die ei­ner­seits et­was ver­wir­rend ist und Angst macht, an­de­rer­seits aber auch ei­ne ge­wis­se Ak­tua­li­tät hat. Oh­ne zu re­cher­chie­ren kann ich mir gut vor­stel­len, dass es nicht we­ni­ge Apo­ka­lyp­ti­ker in den Kir­chen gibt, die in Co­ro­na den An­fang des En­des se­hen. Ob das so ist, wer­den wir bald se­hen.  Un­ser Text ist das En­de des Ka­pi­tels, die Fort­set­zung ist der An­fang der Pas­si­ons­ge­schich­te

33 Gebt acht, bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann der Zeit­punkt da ist.  
34 Es ist wie bei ei­nem Men­schen, der aus­ser Lan­des ging: Er ver­liess sein Haus, gab sei­nen Knech­ten Voll­macht, je­dem sei­ne Auf­ga­be, und dem Tür­hü­ter be­fahl er, wach­sam zu sein.  
35 Seid al­so wach­sam, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hau­ses kommt: ob am Abend oder um Mit­ter­nacht oder beim Hah­nen­schrei oder am frü­hen Mor­gen, 
36 da­mit er, wenn er auf ein­mal kommt, euch nicht schla­fend fin­de.  
37 Was ich aber euch sa­ge, das sa­ge ich al­len: Seid wach­sam!

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GASTBEITRAG: ‘Ihr irrt sehr!’

Pho­to by Evan Den­nis on Unsplash

von Pfr. Chris­toph Schluep, Re­gen­bo­gen­kir­che EMK Zü­rich 2

Bi­bel­text: Mar­kus 12,13–27

13 Und die Leu­te von Je­ru­sa­lem schi­cken ei­ni­ge von den Pha­ri­sä­ern und den He­ro­dia­nern zu Je­sus, um ihm ei­ne Fang­fra­ge zu stel­len.  
14 Und sie kom­men und sa­gen zu ihm: Meis­ter, wir wis­sen, dass du der Wahr­heit ver­pflich­tet bist und auf nie­man­den Rück­sicht nimmst; denn du ach­test nicht auf das An­se­hen der Per­son, son­dern lehrst den Weg Got­tes, wie es rich­tig ist. Ist es er­laubt, dem Kai­ser Steu­ern zu zah­len, oder nicht? Sol­len wir zah­len oder nicht zah­len?  
15 Er aber kann­te ih­re Heu­che­lei und sag­te zu ih­nen: Was stellt ihr mich auf die Pro­be? Bringt mir ei­nen De­nar, da­mit ich ihn an­se­he!  
16 Und sie brach­ten ihm ei­nen. Da sagt er zu ih­nen: Wes­sen Bild und In­schrift ist das? Sie sag­ten zu ihm: Des Kai­sers.  
17 Da sag­te Je­sus zu ih­nen: Gebt dem Kai­ser, was des Kai­sers ist, und Gott, was Got­tes ist! Und sie wun­der­ten sich sehr über ihn. 

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GASTBEITRAG: Wer ist Jesus wirklich?

Pho­to by Gift Ha­bes­haw on Unsplash

von Pfr. Chris­toph Schluep, Re­gen­bo­gen­kir­che EMK Zü­rich 2

Bi­bel­text: Mar­kus 5,1–43

Aus­nahms­wei­se er­zählt Mar­kus nicht wie sonst kur­ze Ge­schich­ten, son­dern zwei lan­ge — die Hei­lung des Ge­ra­se­ners und die der Toch­ter des Jai­rus. In die zwei­te ist die Hei­lung der blut­flüs­si­gen Frau kunst­voll ein­ge­wo­ben, und wer je der Mei­nung war, dass Mar­kus ein simp­ler Er­zäh­ler ist, wird hier ei­nes bes­se­ren be­lehrt. Es sind drei Auf­er­ste­hungs­ge­schich­ten: Der Ge­ra­se­ner, der ei­ne gan­ze Le­gi­on an Stim­men und Per­so­nen in sich trägt und aus der Ge­sell­schaft aus­ge­schlos­sen ist, weil er schreit und droht und ver­letzt, wird von Je­sus di­rekt an­ge­spro­chen. Je­sus kennt kei­ne Scheu und kei­ne Angst, er weiss, in wes­sen Na­men und mit wes­sen Kraft er ge­sandt ist. Die Flucht der Dä­mo­nen in die Schwei­ne, die sich ins Meer stür­zen, hat schon fast et­was Ko­mi­sches. Zen­tral aber bleibt, dass Je­sus Schran­ken und Aus­gren­zung über­win­det und Men­schen zu­rück in die Ge­sell­schaft führt. Der Ge­ra­se­ner hat neu­es Le­ben er­hal­ten. Ein für die vie­len Au­gen­zeu­gen er­schre­ckend macht­vol­les Wun­der. 

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Superstar Jesus?

Pho­to by 🇨🇭 Clau­dio Schwarz | @purzlbaum on Unsplash

Ei­ne Vi­deo-An­dacht aus der EMK Ad­lis­wil zu  Lu­kas 19,28–40; mit Tai­zé-Lie­dern aus dem EMK-Ge­sang­buch zum Mit­sin­gen.

Beth­li Zwei­mül­ler an der Or­gel und Mir­jam Eschbach mit Ka­me­ra und Schnitt ha­ben mich un­ter­stützt. Ganz herz­li­chen Dank für Eu­er En­ga­ge­ment.

GASTBEITRAG: Palmsonntag — zu einem Bild von Willy Fries

Co­py­right: Stif­tung Wil­ly Fries Watt­wil

von Max Hu­ber, EMK-Pfar­rer im Ru­he­stand

Bi­bel­text: Mat­thä­us 21,1–11 par

Zur Pas­si­on von Wil­ly Fries

Kurz vor dem zwei­ten Welt­krieg macht der Schwei­zer Ma­ler Wil­ly Fries (1907 bis 1980) bei ei­nem Stu­di­en­auf­ent­halt in Ber­lin die schmerz­li­che Er­fah­rung: Pas­si­on ist nicht Ver­gan­gen­heit, sie fin­det heu­te statt. Die un­über­seh­ba­re Schar von Zu­schau­ern ist Fries un­ter die Haut ge­gan­gen. Er ist fast ver­zwei­felt an ih­nen.

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GASTBEITRAG: Gott ist jetzt nahe

von Pfr. Chris­toph Schluep, Re­gen­bo­gen­kir­che EMK Zü­rich 2

Bi­bel­text: Mar­kus-Evan­ge­li­um, Ka­pi­tel 1

Das Mar­kus­evan­ge­li­um ist in ei­ner Zeit der Kri­se ent­stan­den: Zum ei­nen ster­ben im­mer mehr der Jün­ger und Apos­tel der ers­ten Ge­nera­ti­on, so dass ih­re Tra­di­ti­on, ih­re Ge­dan­ken und ih­re Leh­re ver­lo­ren zu ge­hen dro­hen. An-de­rer­seits be­droht ein Krieg in Is­ra­el den Ur­sprung des Chris­ten­tums, und schliess­lich braucht die nächs­te Ge­nera­ti­on ver­läss­li­che Aus­kunft über Je-sus: Wer er war, was er tat, was er sag­te, und vor al­lem: Wer er für uns heu­te ist. So hat sich Mar­kus zu Be­ginn der 60er Jah­re an die Ar­beit ge­macht und Ge­schich­ten, Tex­te und Tra­di­tio­nen ge­sam­melt, um sie zu­sam­men­zu­stel­len und theo­lo­gisch zu deu­ten. En­de 60er oder An­fang 70er ist das Werk voll-en­det — mit Aus­nah­me des Schlus­ses: Die Auf­er­ste­hungs­ge­schich­te fehlt im Ori­gi­nal. Wes­halb das so ist, bleibt un­klar, und es gibt vie­le Theo­rien da­zu. Die bes­te scheint mir noch im­mer zu sein, dass Mar­kus den Schluss nicht mehr schrei­ben konn­te, weil er ver­starb. Al­le an­de­ren Theo­rien müs­sen er-klä­ren kön­nen, wes­halb der Au­tor aus­ge­rech­net das, wor­auf die gan­ze Ge-schich­te hin­aus­läuft, näm­lich die Auf­er­we­cken, weg­las­sen soll­te.

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