Gott sieht dich

Predigt zu Johannes 1,48 am Son­ntag, 12.07.2026 in der EMK Adliswil

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Liebe Gemeinde,

wie lange mag es her sein, dass Ihr dieses Lied zum let­zten Mal gesun­gen habt: «Weisst du, wie viel Stern­lein ste­hen …?» In meinem Kopf tauchen Bilder von der Son­ntagss­chule auf, in Win­terthur, noch im alten Lind. Es sind sich­er weit mehr als 50 Jahre ver­gan­gen sei­ther. Die Bilder verbinden sich mit einem Gefühl von Sicher­heit: Gott weiss. Gott zählt. Gott hat den Überblick und ver­liert ihn nicht. Damals für mich als Kind unbezweifel­bar wahr. Tröstlich. Fes­ter Boden unter den Füssen.
So sich­er war ich mir dessen sei­ther nicht immer. Es gab und gibt ja wider­sprüch­liche Erfahrun­gen. Fra­gen. Zweifel. Und damit Phasen im Leben, in denen die Sicher­heit schwindet. Das Ver­trauen sich aufzulösen dro­ht. Und die bange Frage bedrohlich wird: Hat Gott den Überblick doch nicht mehr? Oder das Inter­esse ver­loren? Oder mich gar vergessen?

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No risk — no love

Predigt am Son­ntag, 28.06.2026 in der EMK Adliswil, nach der Mor­genbesin­nung von Pfr. Ste­fan Moll am 19.06.2026 an der JK CH — F — NA in Hubzenschwil

Liebe Gemeinde,

‘no risk – no love’ (→ ohne Risiko keine Liebe). Das diesjährige Kon­feren­zthe­ma ist abgeleit­et vom ver­bre­it­eten Slo­gan ‘no risk, no fun’ (→ ohne Risiko kein Spass). Dieser stammt übri­gens nicht, wie man ver­muten kön­nte, aus dem Englis­chen, son­dern ent­stand wohl im deutschsprachi­gen Raum. Es han­delt sich hier um eine ‘psdeu­do-englis­che For­mulierung (→ ‘denglisch’). In den USA oder GB wird ‘no risk, no fun’ kaum ver­standen (so wie dort auch nie­mand weiss, was ein Handy sein soll). Was damit bei uns gemeint ist, drückt man dort eher mit Reden­sarten aus, die etwa bedeuten: ‘Ohne Fleiss kein Preis’. Oder: ‘Wer nicht wagt, gewin­nt nicht’.
Es begann in den 80er- und 90er-Jahren. In der damals schnell wach­senden Skater‑, Snow­board- und Extrem­sport­szene waren englis­che Wortschöp­fun­gen sehr beliebt. ‘No risk, no fun’ brachte dort das Lebens­ge­fühl der Suche nach dem näch­sten Adren­a­lin­kick per­fekt zum Aus­druck. Wer­beagen­turen grif­f­en den Spruch dann auf, vor allem für die Ver­mark­tung von Pro­duk­ten an Jugendliche. Sie tat­en das so inten­siv, dass ‘no risk, no fun’ in den all­ge­meinen Sprachge­brauch überg­ing. Heute wird die For­mulierung oft auch gebraucht, um die Ein­sicht zu umschreiben: Wer weit­erkom­men will, muss seine Kom­fort­zone verlassen.

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In Gottes Schule

Predigt am Son­ntag, 07.06.2026 in der EMK Adliswil zu Jona 1–4

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Liebe Gemeinde,

auch wenn für die meis­ten von uns die Schulzeit schon sehr lange her ist: Aus­gel­ernt hat man nie. Wer weit­erkom­men will, darf nicht aufhören dazu zu ler­nen. So ist es auch beim Glauben. Wir sind immer wieder in Gottes Schule.
In der öku­menis­chen Musi­cal­woche im Früh­jahr haben wir uns mit dem Propheten Jona beschäftigt. Mit den Kindern haben wir ent­deckt, wie Gott Jona in die Schule genom­men hat. Dabei hat er viel von und über Gott gel­ernt. Für Jona zeigte sich Gott als geduldiger, aber auch hart­näck­iger Lehrer. Er blieb dran, bis sein Schüler die Lek­tio­nen begrif­f­en hat­te.
Das atl. Buch Jona ist übri­gens ein ganz spezielles Propheten­buch. Die Büch­er der Propheten enthal­ten meis­tens viele Worte, Sätze und Predigten, die diese in Gottes Namen verkün­de­ten. Von Jona aber lesen wir kaum ein Zitat. Dafür eine aus­führliche Geschichte. Sie erin­nert in vielem eher an ein Gle­ich­nis aus dem NT. Es ist eine Beispielgeschichte, von der wir für unser Leben und Glauben ler­nen kön­nen. Wer die Jon­ageschichte liest, drückt also gewis­ser­massen mit ihm Gottes Schulbank.

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Amazing Grace (Gute Nachricht V)

Predigt vom 08.02.2026 in der EMK Adliswil zu Lukas 7,36–50

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Liebe Gemeinde,

noch ein­mal das The­ma: ‘Gute Nachricht’. Es hat uns in den bish­eri­gen Predigten des Jahres 2026 begleit­et. Vor ein­er Woche ging es um den Wortschatz des Glaubens. Davor haben wir darüber nachgedacht, dass wir als Christ:innen ein ‘Live-Tick­er’ für Gottes gute Nachricht­en sein kön­nen – und sollen. Weit­er haben wir die Gnade als das Haupt­wort des Evan­geli­ums iden­ti­fiziert. Sie ist die Art und Weise, wie Gott uns in Chris­tus begeg­net. Sie hat das let­zte Wort, muss das let­zte Wort haben. Zugle­ich ste­ht Gnade für das Protest-Poten­zial des Evan­geli­ums in unser­er leis­tung­sori­en­tierten Zeit. Sie wider­spricht mod­ern­er Gnaden­losigkeit und malt den Gege­nen­twurf Gottes zu unser­er Welt.
Dabei ist Gnade kein ide­ol­o­gis­ch­er (→ the­o­retis­ch­er) Kampf­be­griff. Son­dern sie geschieht und wirkt konkret. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte von der Sal­bung Jesu durch eine Frau. Wir haben sie so, wie sie das Lk-Ev erzählt, bere­its als Schriftle­sung gehört. Gnade ist darin etwas Sinnlich­es. Sie wird riech­bar, füllt den Raum, ja das ganze Haus. Diesen Duft wird nie­mand je wieder vergessen haben, der oder die dabei war.

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Verwurzelt. Wie im Himmel, so …

Predigt zu Lukas 10,25–37 in der EMK Adliswil am Son­ntag 29.06.2025; Kurz­fas­sung der Predigt von Bischof Ste­fan Zürcher am 22.06.25 an der JK in Langenthal

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Liebe Gemeinde,

„Ver­wurzelt. Wie im Him­mel, so…“ lautete das Mot­to der JK. – Das Bild fordert unsere Vorstel­lungskraft her­aus. Wurzeln gehen nor­maler­weise nach unten, in den Boden. Doch für Glaubende wird ger­ade der Him­mel zum Wurzel­grund und Nährbo­den. Da find­et der Glaube Halt. Vom Him­mel her wird er genährt. Wenn das Leben der Kirche im Him­mel ver­wurzelt ist, kann es auf­blühen und Frucht bringen.

Was steckt hin­ter dem Bild vom himm­lis­chen Wurzel­grund und Nährbo­den? Im DV-Bericht war zu lesen von der «Ver­wurzelung in ein­er alles über­strö­menden, göt­tlichen Liebe», aus der «eine unge­heure Kraft» her­vorge­ht. Sie ist der himm­lis­che Wurzel­grund und Nährbo­den, Gottes Liebe zu uns und zu all seinen Geschöpfen! Das Mot­to «Ver­wurzelt. Wie im Him­mel, so…» ist vom Unser Vater inspiri­ert. Wir beten immer wieder: «Dein Wille geschehe, wie im Him­mel so auf Erden». Das heisst: Him­mel und Erde lassen sich nicht tren­nen. Die göt­tliche Liebe als himm­lis­ch­er Wurzel­grund und Nährbo­den durch­dringt die Erde. Sie ist in dieser Welt lebendig und schöpferisch am Werk, um uns, in uns und auch durch uns, durch die Kirche. Dazu sind wir näm­lich berufen: Uns von Gottes Liebe durch­drin­gen zu lassen. Uns von ihr ver­wan­deln und prä­gen zu lassen. So Gott und unsere Mit­geschöpfe zu lieben. – Wie das gelin­gen kann, zeigt Jesu Geschichte vom barmherzi­gen Samarit­er, die wir in der Schriftle­sung schon gehört haben.

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INKLUSION: Einander annehmen, wie Christus uns angenommen hat

Impuls I über Römer 15,7 zu den Werten der EMK Adliswil am 09.02.2025

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Liebe Gemeinde,

wir wollen die Liebe Gottes erfahren und leben. Das ist der Dasein­szweck oder das Ziel oder eben die Vision unseres Gemein­de­bezirks. Vor vier Wochen haben wir uns im Gottes­di­enst mit dieser For­mulierung auseinan­derge­set­zt. Wir haben sie mit konkreten Erfahrun­gen zu füllen ver­sucht. Das ist auch nötig. Schliesslich ist die For­mulierung doch recht all­ge­mein. Heute set­zen wir uns ein erstes Mal mit einem der Werte auseinan­der, die zur Vision gehören. Die Werte sind spez­i­fis­ch­er, sind konkreter als die Vision. Sie geben Antwort auf die Frage: Wie sor­gen wir dafür – oder: was kön­nen wir wenig­stens dazu beitra­gen — , dass Men­schen in der Gemeinde die Liebe Gottes erfahren und leben? Die Antwort heute, d.h. ein erster Wert heisst: Inklusion.

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Gottes Liebe erfahren und leben

Impuls zur Vision der EMK Adliswil am 12.01.2025

Grund­stein der EMK Bülach

Liebe Gemeinde,

der erste ‚nor­male‘ Gottes­di­enst im neuen Jahr: Endlich! Fest­tage vor­bei! Ökumene geschafft! Jet­zt wieder so, wie wir es gewohnt sind! – Wenn das heute Ihre Erwartun­gen sind, wer­den sie zunächst ent­täuscht sein. ‚Nor­mal‘ wird es heute nicht. Aber ich hoffe, Sie kom­men darüber hin­weg und ler­nen schätzen, was wir heute und von nun an ca. monatlich ver­suchen. Im BeVo ist die Idee ent­standen, dass wir mehr miteinan­der ins Gespräch kom­men möcht­en über das, was wir glauben. Dass wir miteinan­der teilen, was uns Ver­trauen, Hoff­nung und Freude gibt. Und so – natür­lich mit Gottes Hil­fe — unsere Sprach­fähigkeit im Blick auf den Glauben beleben. – Darum wer­den wir immer wieder Gottes­di­en­ste dial­o­gisch, d.h. im Gespräch gestal­ten. So wollen wir zunächst Vision und Werte unseres Bezirks mit Leben zu füllen. Gerne möcht­en wir so etwas von den Erfahrun­gen und Ent­deck­un­gen für alle greif­bar machen, die uns als BeVo beleben. Die uns motivieren und Freude am Glauben wecken.

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Menschen sind wichtiger als Regeln

Markus 2,23–3,6

Predigt am 10.11.2024 in der EMK Adliswil

Gersten-Ähren vor blauem Hintergrund

Liebe Gemeinde,

Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe!“ Die Jahres­lo­sung mag klar und ein­deutig klin­gen. Und sog­ar methodis­tisch: Immer­hin hat John Wes­ley immer wieder vom Glauben gere­det, der in der Liebe tätig wer­den müsse.

Doch was heisst denn Liebe in der konkreten Sit­u­a­tion? Wenn zum Beispiel ein­er an mein­er Tür klin­gelt und um Geld bet­telt. Er könne sein Bahn­bil­lett son­st nicht bezahlen, erzählt er. Ich sehe ihm aber an, dass er das Geld sofort in Hoch­prozentiges ver­flüs­si­gen wird. Wie geht dann Liebe konkret? – Oder wie ich ein­mal erlebte: Ein unter­ge­tauchter Asyl­be­wer­ber, getrieben von Hunger und Kälte, stran­det in der EMK Bülach. Wie ver­halte ich mich ihm gegenüber liebevoll? Natür­lich gab ich ihm etwas zu Essen und liess ihn sich aufwär­men. Aber nach­her? Sollte ich ihn bei den Behör­den melden, denen er entwischt ist? Oder sollte ich ihm, wie er sich wün­schte, helfen, sich doch noch ganz nach Deutsch­land durchzuschlagen?

Wie funk­tion­iert die Liebe, von der Jesus spricht? Muss ich wom­öglich aus Liebe manch­mal Regeln brechen? – Genau darüber hat Jesus immer mit seinen jüdis­chen Zeitgenossen gestrit­ten. Viele hiel­ten nicht aus, wie lock­er er um der Leibe willen über heilige Gebote hin­weg ging.

Es ist kom­pliziert. Alles in Liebe geschehen zu lassen, heisst: Dem Vor­bild Jesu zu fol­gen. Das kann aber in Kon­flik­te führen, auch in Kon­flik­te damit, was als Gottes Gebote ange­se­hen wird. Beispiel­haft dafür ste­ht Jesu Umgang mit dem Sab­bat­ge­bot. Ich lese Markus 2,23–3,6 :

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Furcht ist nicht in der Liebe

1. Johannes 4,16b-21

Predigt am 26.05.2024 in der EMK Adliswil

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Liebe Gemeinde,

an der Liebe Gottes kommt man in der Kirche nicht vor­bei. Manch­mal kön­nte es einem fast zu viel wer­den! — Heute ja schon wieder ganz am Anfang: „Die Liebe Gottes sei mit euch allen!“ Immer­hin in der Form eines Zus­pruchs, ein­er Zusage. Und nicht als Forderung: „Liebt einan­der!“„Liebt mehr oder liebt bess­er!“ – Die Forderung kön­nte näm­lich schmer­zliche Erin­nerun­gen weck­en: An Momente, in denen wir anderen Liebe schuldig geblieben sind. Und an Momente, in denen andere Liebe uns gegenüber ver­mis­sen liessen und uns so ver­let­zten.
Tja, die Liebe. Das ganze Jahr 2024 ste­ht unter dem Mot­to: «Alles, was ihr tut, geschehe aus Liebe!» (Jahres­lo­sung aus 1.Kor 16,14). Was für ein hoher Anspruch! Und wie traumhaft, wenn es gelin­gen kön­nte! Aber, ist das realistisch?

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Anders als geplant

Apos­telgeschichte 2,1–18

Predigt am 19.05.2024 (Pfin­g­sten) in der EMK Adliswil

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Liebe Gemeinde,

Anders, als geplant! – Die Geschichte von Jesus ver­lief nie so, wie sie Men­schen geplant hät­ten: Der Ret­ter als armes Kind in ein­er Krippe statt als König im Tri­umphzug. Der erwartete Mes­sias kein Kriegsheld, son­dern ein Wan­der­predi­ger. Über­win­dung von Schuld und Not durch Lei­den…. Es war und lief alles anders, als es die Hüter von Tra­di­tion und Glaube erwartet, geplant hat­ten. Und so ging es weit­er: Der Tod nur als Durch­gangssta­tion. Die Aufer­ste­hung. Und dann Pfin­g­sten. Auch dieser Tag war ganz anders als geplant …

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