Doppelter Wohnsitz

Bi­bel­text: Phil­ip­per 3,20

Wo sind Sie zu Hau­se? Ein Bünd­ner, der seit Jah­ren in der Re­gi­on Zü­rich wohnt, sag­te mir ein­mal: “Ich woh­ne hier. Aber wirk­lich zu Hau­se bin ich in Chur.” An­de­re ha­ben ganz of­fi­zi­ell zwei Wohn­sit­ze. Man trifft sie zum Bei­spiel im Zen­trum von Städ­ten. Sie sa­gen: „Ich ha­be hier nur mei­nen zwei­ten Wohn­sitz. Mein ers­ter Wohn­sitz, mei­ne Hei­mat, ist auf dem Land oder in den Ber­gen. Wäh­rend der Wo­che bin ich hier, aber am Wo­chen­en­de zieht es mich nach Hau­se. Dort le­be ich so rich­tig auf.“

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Für wen lebe ich?

Pho­to by Kier­an Os­born on Unsplash

Bi­bel­text: Rö­mer 14,7–8

‘Dank’ Co­ro­na be­kom­men wir in die­sen Wo­chen vor­ge­führt, wie sehr wir da­zu nei­gen, die Be­dürf­nis­se des In­di­vi­du­ums zu Las­ten der Ge­mein­schaft zu be­to­nen. Dar­um fällt es uns al­les an­de­re als leicht, zu Guns­ten der Ge­mein­schaft auf in­di­vi­du­el­le Frei­hei­ten zu ver­zich­ten. Wir sind schon ziem­lich selbst­ver­liebt. Wie oft wird zum aus­schlag­ge­ben­den Argument:„Hauptsache, es stimmt für mich!“, ganz un­ab­hän­gig da­von, was ge­ra­de zur De­bat­te steht! — Na­tür­lich ist das nicht nur schlecht. Es gab Zei­ten, in de­nen die Be­dürf­nis­se der ein­zel­nen Men­schen zu we­nig be­ach­tet wur­den und vie­le un­ter die Rä­der ka­men. Aber zur Zeit schlägt das Pen­del wohl eher auf die an­de­re Sei­te aus. — Da klingt dann doch ziem­lich fremt, was Pau­lus in Rö­mer 14,7–8 schreibt: „Denn un­ser kei­ner lebt sich sel­ber, und kei­ner stirbt sich sel­ber. Le­ben wir, so le­ben wir dem Herrn; ster­ben wir, so ster­ben wir dem Herrn. Dar­um: wir le­ben oder ster­ben, so sind wir des Herrn.“

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GASTBEITRAG: Das Kleine hat grosses Potenzial

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von Pfr. Chris­toph Schluep, Re­gen­bo­gen­kir­che EMK Zü­rich 2

Bi­bel­text: Mar­kus-Evan­ge­li­um, Ka­pitel 4

Die heu­ti­ge Me­di­ta­ti­on nimmt das 4. Ka­pi­tel in den Blick: Es ist ei­ne Zu­sam­men­stel­lung von Gleich­nis­sen, von de­nen wir das letz­te ge­nau­er an­schau­en: 

30 Je­sus sprach: Wie sol­len wir das Reich Got­tes ab­bil­den? In wel­chem Gleich­nis sol­len wir es dar­stel­len? 31 Es ist wie ein Senf­korn, das kleins­te un­ter al­len Sa­men­kör­nern auf Er­den, das in die Er­de ge­sät wird. 32 Ist es ge­sät, geht es auf und wird grös­ser als al­le an­de­ren Ge­wäch­se und treibt so gros­se Zwei­ge, dass in sei­nem Schat­ten die Vö­gel des Him­mels nis­ten kön­nen. 33 Und in vie­len sol­chen Gleich­nis­sen sag­te er ih­nen das Wort, so wie sie es zu hö­ren ver­moch­ten. 34 An­ders als im Gleich­nis re­de­te er nicht zu ih­nen; war er aber mit sei­nen Jün­gern al­lein, lös­te er ih­nen al­les auf

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GASTBEITRAG: Das Gute tun

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von Pfr. Chris­toph Schluep, Re­gen­bo­gen­kir­che EMK Zü­rich 2

Bi­bel­text: Mar­kus-Evan­ge­li­um, Ka­pitel 3

Je­sus be­sucht ei­ne Syn­ago­ge, in der auch ein Mann mit ei­ner Läh­mung sitzt. Al­le wis­sen, dass er ihn hei­len kann — wird er es auch tun, ob­wohl doch Sab-bat ist? 

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GASTBEITRAG: Gott ist jetzt nahe

von Pfr. Chris­toph Schluep, Re­gen­bo­gen­kir­che EMK Zü­rich 2

Bi­bel­text: Mar­kus-Evan­ge­li­um, Ka­pi­tel 1

Das Mar­kus­evan­ge­li­um ist in ei­ner Zeit der Kri­se ent­stan­den: Zum ei­nen ster­ben im­mer mehr der Jün­ger und Apos­tel der ers­ten Ge­nera­ti­on, so dass ih­re Tra­di­ti­on, ih­re Ge­dan­ken und ih­re Leh­re ver­lo­ren zu ge­hen dro­hen. An-de­rer­seits be­droht ein Krieg in Is­ra­el den Ur­sprung des Chris­ten­tums, und schliess­lich braucht die nächs­te Ge­nera­ti­on ver­läss­li­che Aus­kunft über Je-sus: Wer er war, was er tat, was er sag­te, und vor al­lem: Wer er für uns heu­te ist. So hat sich Mar­kus zu Be­ginn der 60er Jah­re an die Ar­beit ge­macht und Ge­schich­ten, Tex­te und Tra­di­tio­nen ge­sam­melt, um sie zu­sam­men­zu­stel­len und theo­lo­gisch zu deu­ten. En­de 60er oder An­fang 70er ist das Werk voll-en­det — mit Aus­nah­me des Schlus­ses: Die Auf­er­ste­hungs­ge­schich­te fehlt im Ori­gi­nal. Wes­halb das so ist, bleibt un­klar, und es gibt vie­le Theo­rien da­zu. Die bes­te scheint mir noch im­mer zu sein, dass Mar­kus den Schluss nicht mehr schrei­ben konn­te, weil er ver­starb. Al­le an­de­ren Theo­rien müs­sen er-klä­ren kön­nen, wes­halb der Au­tor aus­ge­rech­net das, wor­auf die gan­ze Ge-schich­te hin­aus­läuft, näm­lich die Auf­er­we­cken, weg­las­sen soll­te.

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