Allein — damit wir nie mehr einsam sind

Predigt vom Kar­fre­itag, 03.04.2026 in der EMK Adliswil zu Matthäus 27,45–50

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Liebe Gemeinde,

in meinen Predigten bis Pfin­g­sten geht es um ‘Zäme – d’Chraft vom Mite­nand’. Dieses The­ma scheint Kar­fre­itag auf den ersten Blick in seine Einzel­teile zu zer­legen. Da hat näm­lich das ‘Zäme’ über­haupt nicht funk­tion­iert. Die Gemein­schaft der Jünger:innen, die Jesus aufge­baut hat­te, zer­brach. Sie sto­ben in alle Rich­tun­gen auseinan­der. Und liessen Jesus ganz allein. Kar­fre­itag mutet uns den radikalen Kon­trast zum ‘Zäme’ zu, das wir eigentlich anstreben. Seine Geschichte erzählt vom total­en Zer­riss, der jede men­schliche Gemein­schaft bedro­ht. Jesus lei­det in absoluter Iso­la­tion. Seine Pas­sion ist die Geschichte vom absoluten ‘Nicht-Zäme’.

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Immanuel — Gott mit uns

Wei­h­nacht­spredigt am 25.12.2025 in der EMK Adliswil zu Matthäus 1,18–25

Liebe Gemeinde,

wir stellen uns Wei­h­nacht­en gerne har­monisch vor: Besinnliche Ruhe; Lichter, die das Dunkel verza­ubern; wohltuend berührende Geschicht­en; herz­er­wär­mende Musik – kurz: die per­fek­te Idylle. Heile Welt. Doch die bib­lis­chen Wei­h­nachts­geschicht­en begin­nen anders. Wir haben gehört, wie Mt erzählt: Er tut es aus der Sicht Josefs. Erzählt von ein­er unge­planten Schwanger­schaft. Von einem Mann, der sich fragt, ob er sein­er Ver­lobten noch trauen kann. Die Sit­u­a­tion hat das Poten­zial, zum hand­festen Skan­dal im Dorf zu wer­den. Aber auch davon, dass dieser Mann anders reagieren kann als zu erwarten wäre. Dank Gott. Wei­h­nacht­en begin­nt also mit ein­er Krise. Marias und Josefs Leben wird plöt­zlich auf den Kopf gestellt. Josef erfährt, dass Maria schwanger ist. Er weiss genau: ‘Von mir kann dieses Kind nicht sein!’ Für ihn bricht die Welt zusam­men. Das Ver­trauen bricht: Was wer­den die Leute sagen? Wie kann ich mich je im Dorf wieder sehen lassen?

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INRI — König der Juden

Predigt zu Johannes 19,16–30 in der EMK Adliswil am Kar­fre­itag 18.04.2025

Liebe Gemeinde,

als Schriftle­sung haben wir gehört, wie das Jh-Ev die Geschichte des Kar­fre­itags erzählt. Es set­zt dabei im Ver­gle­ich mit den anderen Evan­gelien ganz eigene Akzente. Vielle­icht fällt das so beim Zuhören gar nicht auf. Wenn man die Berichte von Jh und die anderen drei nebeneinan­der hält, ist es aber offen­sichtlich: Jh erzählt pos­i­tiv­er, hoff­nungsvoller. Er hat sich entsch­ieden, seinen Bericht ganz vom Sieg an Ostern her zu gestal­ten. Dage­gen erzählen Mt, Mk und Lk, als wüssten sie noch nicht um das ‚Hap­py End‘. Ihre Berichte sind geprägt vom Lei­den Christi (und der Jünger:innen) im Moment des Geschehens.- Ich ver­suche heute in der Predigt den Ton des Jh-Ev aufzunehmen.

Über dem Gekreuzigten liess Pila­tus eine Tafel anbrin­gen. Wie auch Mt erwäh­nt, stand darauf: ‘Jesus von Nazareth, der König der Juden’. Auf Lateinisch heisst das: ‚Iesus Nazarenus Rex Iudae­o­rum‘. Die Anfangs­buch­staben dieser Worte ergeben das INRI, das auf vie­len Pas­sions­bildern zu sehen ist. Das war also die Begrün­dung, weshalb Jesus am Kreuz hing. Weil er ‘der König der Juden’ war.

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