In den Abschiedsreden nach Johannes versucht Jesus seine Jüngerinnen und Jünger vorzubereiten: Auf das Unvorstellbare, das in seinem Weg in den Tod geschehen wird. Auf Angst. Auf Trauer. Auf Verzweiflung. Es sind Reden voller Warnhinweise. So zum Beispiel jener in Johannes 16,20: „Amen, ich versichere euch: Ihr werdet jammern und weinen, und die Welt wird sich freuen. Ihr werdet traurig sein; doch ich sage euch: Eure Trauer wird sich in Freude verwandeln.“
Harry S.Truman, dem 33. Präsidenten der USA (1945–1953), wird folgender Satz zugeschrieben: „Ein Pessimist macht aus jeder Chance ein Problem; ein Optimist macht aus jedem Problem eine Chance!“ Gut auf den Punkt gebracht, wie ich finde. Zu welcher Kategorie gehören nun Christen? – Sind wir Pessimisten? Schliesslich: Alle Menschen sind Sünder. Niemand ist perfekt. Ja, die Bibel sagt sogar: „Das Dichten und Trachten ihres Herzens ist böse von Jugend auf!“ (Gen 6,5) Demnach müssten, wo immer Menschen ihre Finger im Spiel haben, letztlich die Probleme wachsen. – Oder sind wir doch eher Optimisten? Auch das liesse sich biblisch untermauern, z.B. mit einem Paulus-Zitat: „Ich vermag alles durch den, der mich mächtig (d.h. stark) macht.“ (Phil 4,13) – Es wäre wohl übertrieben, von Christen zu verlangen, sich in jeder Lebenslage optimistisch zu fühlen. Aber an die Hoff-nung, dass dank Christus immer eine Veränderung, d.h. eine Wende zum Besseren möglich ist, werden sich Christen bis zuletzt klammern. Denn das ist ein Grund, warum Christen zu allen Zeiten Feuer und Flamme für ihren Glauben waren: Sie haben beobachtet und selbst erlebt, wie dank Gott sich Probleme – kleine, grosse und riesige – lösen liessen. Sie haben sich vom Evangelium zusprechen lassen: Veränderung zum Besseren, ja zum Guten ist nicht ein optimistisches Hirngespinst. Es ist eine echte Möglichkeit.
„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner grossen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ – Ein Ungetüm von einem Satz am Anfang des 1. Petrusbriefes. Mich fasziniert daran immer wieder das Stichwort ‘lebendige Hoffnung’. — Wie steht es um unsere Hoffnung?
Niemand ist vollkommen. Alle machen Fehler, immer wieder. Viele davon passieren uns aus Ungeschicklichkeit oder Unwissenheit. Bei anderen wollen wir von Anfang an das Falsche und machen uns schuldig mit dem, was wir tun oder nicht tun. Wir sitzen alle im selben Boot. Für ein gelingendes Miteinander sind wir darauf angewiesen, gelassen und gnädig mit den Fehlern umzugehen, die halt passieren. „Nobody is perfect“ weiterlesen