GASTBEITRAG: Gott ist jetzt nahe

von Pfr. Chris­toph Schluep, Re­gen­bo­gen­kir­che EMK Zü­rich 2

Bi­bel­text: Mar­kus-Evan­ge­li­um, Ka­pi­tel 1

Das Mar­kus­evan­ge­li­um ist in ei­ner Zeit der Kri­se ent­stan­den: Zum ei­nen ster­ben im­mer mehr der Jün­ger und Apos­tel der ers­ten Ge­nera­ti­on, so dass ih­re Tra­di­ti­on, ih­re Ge­dan­ken und ih­re Leh­re ver­lo­ren zu ge­hen dro­hen. An-de­rer­seits be­droht ein Krieg in Is­ra­el den Ur­sprung des Chris­ten­tums, und schliess­lich braucht die nächs­te Ge­nera­ti­on ver­läss­li­che Aus­kunft über Je-sus: Wer er war, was er tat, was er sag­te, und vor al­lem: Wer er für uns heu­te ist. So hat sich Mar­kus zu Be­ginn der 60er Jah­re an die Ar­beit ge­macht und Ge­schich­ten, Tex­te und Tra­di­tio­nen ge­sam­melt, um sie zu­sam­men­zu­stel­len und theo­lo­gisch zu deu­ten. En­de 60er oder An­fang 70er ist das Werk voll-en­det — mit Aus­nah­me des Schlus­ses: Die Auf­er­ste­hungs­ge­schich­te fehlt im Ori­gi­nal. Wes­halb das so ist, bleibt un­klar, und es gibt vie­le Theo­rien da­zu. Die bes­te scheint mir noch im­mer zu sein, dass Mar­kus den Schluss nicht mehr schrei­ben konn­te, weil er ver­starb. Al­le an­de­ren Theo­rien müs­sen er-klä­ren kön­nen, wes­halb der Au­tor aus­ge­rech­net das, wor­auf die gan­ze Ge-schich­te hin­aus­läuft, näm­lich die Auf­er­we­cken, weg­las­sen soll­te.

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Was ist wahr?

Bi­bel­tex­te: 2. Mo­se 20,16; Jo­han­nes 14,6

Mit die­sem Pla­kat warb das Stap­fer­haus Lenz­burg für sei­ne Aus­stel­lung rund um die Wahr­heit 2018/2019. Ich ha­be sie mir da­mals mit Freun­den gründ­lich an­ge­se­hen und bin jetzt ganz dank­bar da­für. Die Er­in­ne­rung an al­ler­lei Aha-Er­leb­nis­se da­mals hilft mir, mich heu­te in der News-Flut zu ori­en­tie­ren. In der Auf­re­gung rund um Co­ro­na ist es ja noch schwie­ri­ger ist als sonst her­aus­zu­fin­den, was stimmt und was nicht?

Was ist wahr? Wie kann man Fake-News von ech­ten In­for­ma­tio­nen un­ter-schei­den?

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Sorge tragen zur Stimmung im Land

Bi­bel­text: Mar­kus 12,28–34

Der Bi­bel­le­se­plan, dem ich mehr oder we­ni­ger täg­lich fol­ge, schlug ges­tern die­sen Ab­schnitt vor: Das al­ler­wich­tigs­te, das höchs­te Ge­bot, be­stehe in der Lie­be zu Gott und zu den Mit­men­schen. Ich ge­ste­he, im ers­ten Mo­ment wuss­te ich nicht so recht, was ich in Zei­ten von Co­ro­na da­mit an­fan­gen soll­te. Es ist so all­ge­mein, dass man da­mit in der kon­kre­ten Si­tua­ti­on kaum zu hilf­rei­chen Schrit­ten kommt. Aus­ser­dem er­war­tet man von ei­nem Pfar-rer ja zwar schon, dass er von der Lie­be re­det. Doch wenn er es dann tut, löst das we­ni­ger In­ter­es­se, son­dern eher ein ge­lang­weil­tes Gäh­nen aus.

Was könn­te denn christ­li­che Nächs­ten­lie­be im Mo­ment kon­kret be­deu­ten?

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GASTBEITRAG: Corona — Leben im Wohlfühl-Ghetto

von Max Hu­ber, EMK-Pfar­rer im Ru­he­stand

Co­ro­na und sein le­bens­be­dro­hen­der, töd­li­cher Vi­rus hat un­se­ren All­tag in we­ni­gen Ta­gen to­tal auf den Kopf ge­stellt. Das Le­ben auf nie vor­stell­ba­rer „Spar­flam­me“ hat nicht nur fra­gen­de Au­gen, Hek­tik und Ängs­te, son­dern auch ei­ne gros­se und über­ra­schen­de So­li­da­ri­tät aus­ge­löst.

Ich bin über­zeugt, dass der gros­se Schöp­fer al­len Le­bens noch nicht fer­tig ist mit uns!!! So hat er uns, mit­ten in der Pas­si­ons-Zeit, die­se Not-Brem­se un­ge­fragt ver­ord­net, um un­se­re ho­hen An­sprü­che von Hal­lo: “Ich will al­les, ich will mehr und ich will es so­fort” end­lich zu über­den­ken und her­un­ter zu schrau­ben.

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Homeoffice — Tipps aus meiner Erfahrung

In die­ser Wo­che sind vie­le dar­an, ih­re Ar­beit auf Ho­me­of­fice um­zu­stel­len. Ich muss da nichts um­stel­len. Wäh­rend mei­nes bis­he­ri­gen Ar­beits­le­bens ha­be ich im­mer in dem Haus ge­ar­bei­tet, in dem ich wohn­te. Den gröss­ten Teil die­ser Zeit (bis­her 19 Jah­re) war das Bü­ro so­gar Teil mei­ner Woh­nung. Das funk­tio­niert heu­te ganz gut. Aber ich ha­be ler­nen müs­sen, auf ein paar Punk­te zu ach­ten. Ich lis­te sie hier auf. Viel­leicht hilft das dem ei­nen oder der an­de­ren, das ei­ge­ne Ho­me­of­fice zum funk­tio­nie­ren zu brin­gen:

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Sorgt euch nicht! Seht die Lilien an …!

Bi­bel­stel­len: Mat­thä­us 6,25–34; Phil­ip­per 4,6; 1. Pe­trus 5,7

“Sorgt euch nicht!” — Ist das die rich­ti­ge Bot­schaft? Als die Bundesratsmit­glieder ges­tern in­nert kur­zem er­neut zu viert vor die Me­di­en tra­ten, mach­ten sie ja schon sehr be­sorg­te Mie­nen. Ge­nau­so be­schwö­ren über­all in Eu­ro­pa und dar­über hin­aus Po­li­ti­ker die Men­schen: “Die La­ge ist ernst!” Aus­ser­dem zei­gen die im­mer wie­der leer ge­räum­ten Re­ga­le in den Lebens­mittelgeschäften, dass sich vie­le Leu­te tat­säch­lich Sor­gen ma­chen. An­dererseits sieht man beim tol­len Früh­lings­wet­ter auch heu­te noch vie­le Leu­te sich recht sorg­los draus­sen mit­ein­an­der tum­meln. Was ist denn an­ge­mes­sen?

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