GASTBEITRAG: … nimm alles von mir!!

Bild­quel­le: http://www.flueliranft.ch/

von Max Hu­ber, EMK-Pfar­rer im Ru­he­stand

Im Zu­sam­men­hang mit dem ul­ti­ma­ti­ven Co­ro­na-Stopp den­ke ich oft an Ni­klaus von Flüe. Vor 550 Jah­ren hat er sich als Ein­sied­ler in die Ranft Schlucht zu­rück­ge­zo­gen und dort ein in­ten­si­ves Ge­bets-Le­ben ge­führt. Sein be­kann­tes­tes Ge­bet sagt in Kür­ze mehr aus als vie­le theo­lo­gi­sche Bü­cher:

„Mein Herr und mein Gott, nimm al­les von mir, was mich hin­dert zu dir.“

„GASTBEITRAG: … nimm al­les von mir!!“ wei­ter­le­sen

GASTBEITRAG: Es ging ein Mensch in die Kirche

Bi­bel­text: Lu­kas 18,9–14

von Pfr. Ro­bert Seitz; aus sei­nem Buch: ‘So weit der Him­mel ist — Ho­ri­zont-Er­wei­te­run­gen’, S. 182

Es ging ein Mensch in die Kir­che,
um sei­nem Gott na­he zu sein.
Er be­zeich­ne­te sich sel­ber als ei­nen Gläu­bi­gen.
In sei­nem Auf­tre­ten war er ein le­ben­di­ger Vor­wurf
für die Un­gläu­bi­gen um ihn her­um.
Er stand da in der Kir­che und
lob­te sei­nen Gott mit er­ho­be­nen Ar­men.
Mit sei­nen Lie­dern er­hob er ihn zum Sie­ger
über al­le sei­ne Fein­de.
Er fühl­te sich ent­rückt in die Ge­gen­wart des All­mäch­ti­gen
und oh­ne dass er es wuss­te,
kreis­te er wie ein Pla­net um sich sel­ber.
Die En­gel aber wa­ren in Sor­ge und flüs­ter­ten ein­an­der zu:
“Wenn er doch nur et­was we­ni­ger das Wort ich ge­brau­chen wür­de!
Hat nicht un­ser Er­lö­ser Chris­tus im Ge­bet, das er uns lehr­te,
die­ses Wort kein ein­zi­ges Mal ge­braucht?”

Aber der Mensch be­te­te wei­ter und sag­te:
“Ich dan­ke dir, Gott, dass ich nä­her bei dir bin.
Ich bin kein Ein­bre­cher und ho­mo­se­xu­ell bin ich auch nicht.
Ich bin kein So­zi­al­be­zü­ger. son­dern ich ar­bei­te.
Ich fas­te zwei­mal die Wo­che mit et­was Obst und es­se Knob­lauch.
Ich bin dar­um ge­sün­der ge­blie­ben als an­de­re Leu­te.
Ich ge­be von mei­nem Ein­kom­men un­ge­fähr den Zehn­ten
für gu­te Zwe­cke und ich neh­me kei­ne Klein­kre­di­te auf.”

Und wäh­rend er be­te­te, hiel­ten sich die En­gel ih­re Oh­ren zu
und sag­ten zu­ein­an­der:
„Jetzt hat er schon wie­der zehn Mal ich ge­sagt.“
Und Ga­bri­el schlug vor:
“Die­ses Ge­bet über­tra­gen wir nicht an höchs­te Stel­le.”

Und ein Ar­mer stand da und hat­te nur sei­ne in­ne­re Ar­mut.
Sta­tio­nen aus sei­nem Le­ben tauch­ten auf in sei­nem Ge­dächt­nis.
Und er brach­te die Wor­te kaum hör­bar über sei­ne Lip­pen:
“Gott, dei­ne Lie­be ist mei­ne letz­te Ret­tung.
Sieh mei­ne Ar­mut und nimm mich an.“
Und die En­gel wa­ren sich ei­nig:
“Das über­tra­gen wir mit Freu­de live.”


Weltumspannendes Gebet

Pho­to by Zac Du­rant on Unsplash

Bi­bel­text: Mat­thä­us 6,9–13

Ja, ich weiss: Über vor­for­mu­lier­te Ge­be­te kann man strei­ten. Vie­le mö­gen es, sich die Wor­te an­de­rer lei­hen, ja sich in sie hin­ein­le­gen zu kön­nen. Das hilft, wenn ei­ge­ne For­mu­lie­run­gen nicht zu fin­den sind, viel­leicht so­gar, weil es ei­nem im Mo­ment schlicht die Spra­che ver­schla­gen hat. An­de­re be­män­geln die feh­len­de Spon­ta­nei­tät beim Be­ten fes­ter For­mu­lie­run­gen. Sie emp­fin­den es als un­echt, im Ge­bet an­de­ren nach­zu­plap­pern. Aus­ser­dem ken­nen al­le die Schwie­rig­kei­ten, beim Re­zi­tie­ren aus­wen­dig ge­lern­ter Ge­be­te mit den Ge­dan­ken ganz bei der Sa­che zu blei­ben. Ganz be­son­ders tre­ten die­se beim Un­ser­va­ter auf, dem zwei­fel­los am häu­figs­ten ge­spro­che­nen christ­li­chen Ge­bet.

„Welt­um­span­nen­des Ge­bet“ wei­ter­le­sen

Fürbitte statt Faust im Sack

Pho­to by Ümit Bu­lut on Unsplash

zu Je­re­mia 29,4–14

Wir hät­ten al­len Grund, zu­frie­den und glück­lich zu sein. Man kann kaum ir­gend­wo auf der Welt bes­ser le­ben. Den­noch ge­hö­ren Schwei­zerinnen und Schwei­zer nicht zu den glück­lichs­ten Men­schen welt­weit. Wir ha­ben uns an­ge­wöhnt, auf Män­gel und De­fizite zu schau­en, auf das, was nicht ganz per­fekt ist. So näh­ren wir Unzu­friedenheit und sind bis­wei­len ge­fähr­det, im Selbst­mit­leid zu ver­sin­ken. Wir ma­chen die Faust im Sack und är­gern uns über Be­hör­den, Po­li­ti­ker, Nach­barn …

„Für­bit­te statt Faust im Sack“ wei­ter­le­sen

Warten auf Erhörung

Pho­to by Dev Ben­ja­min on Unsplash

zu Psalm 30,3 und 2. Ko­rin­ther 12,9

Auf den ers­ten Blick schei­nen in der Bi­bel al­le Kran­ken ge­sund und al­le Ge­be­te er­hört zu wer­den. Wie geht man da­mit um, wenn man selbst krank ist und bleibt oder wenn trotz star­kem Rin­gen im Ge­bet per­sönliche Her­zens­an­lie­gen un­er­füllt blei­ben? „War­ten auf Er­hö­rung“ wei­ter­le­sen