‚Gott ist die Liebe!‘ Wie oft haben wir das in der Sonntagschule gesungen. Viele Strophen lang. Und im Refrain immer wieder: ‚Drum sag ich‘s noch einmal: Gott ist die Liebe!‘ Und noch einmal … Der 1.Johannesbrief variiert diese Grundaussage des christlichen Glaubens in Kapitel 4, Vers 16, so: „Wir jedenfalls haben erkannt und halten im Glauben daran fest, dass Gott uns liebt. Gott ist Liebe. Wer in der Liebe lebt, lebt in Gott und Gott lebt in ihm.“
Eine Predigt in drei Portionen, gehalten am 21.08.2022 in der EMK Adliswil
Portion I: Ein Ferienerlebnis
Die Ferienzeit ist vorbei. Morgen geht es wieder los! ® Vorfreude, aber auch Bammel: Was kommt auf mich zu? Schaffe ich es? Reicht meine Kraft? Finde ich Unterstützung, wo ich sie brauche? – Schöne Zusage: „Gott gibt den Müden Kraft und die Schwachen macht er stark“! – Wage ich es, mich darauf zu verlassen? Oder suche ich nach zusätzlichen Sicherheiten?
Neuanfang oder neue Runde wie eine Bergwanderung. — Ich erzähle von einer Wanderung, die wir in den Ferien gemacht haben.
Vor 40 Jahren: Ferien in Zinal mit Herkunftsfamilie. Tracuit-Hütte SAC am Weisshorn als Traumziel. Es kam damals nicht dazu. Mein Vater erwischte eine Sommergrippe. Meine Mutter traute sich die Wanderung mit uns Kindern nicht alleine zu (über 4 h Aufstieg; ~ 1700 m Höhendifferenz; Ziel auf über 3200 m). Ich war noch zu jung, um die Verantwortung für Mutter und jüngere Geschwister zu übernehmen. ® unerfüllter Traum
Vor 2½ Wochen mit WoMo nach Zinal gefahren, eigentlich eher zufällig. Dort erwachte der Traum, zur Tracuit-Hütte auf 3259 MüM zu wandern, wieder. Das Wetter war gut. Wir entschlossen uns, den Versuch zu wagen.
in den Kriegen zwischen Israel unter König Saul und den Philistern hatten letztere die Bundeslade gestohlen. Der vergoldete Holzkasten, der die Tafeln mit Gottes Geboten enthielt, war der heiligste Besitz des Volkes. Etliche Jahre später kam die Bundeslade zurück nach Jerusalem. 2.Sam 6 erzählt, wie das vor sich ging. Für David, erst seit kurzem König über Israel, war e eine ganz grosse Sache. Er liess es sich nicht nehmen, den Umzug persönlich anzuführen. Bekleidet nur mit einem Priesterschurz, tanzte er den ganzen Weg vor der Bundeslade her. Und zwar nicht gesittet, zurückhaltend, wie es sich für den König geziemt hätte. Sondern voller Hingabe, voller Leidenschaft, oder wie die Lutherbibel übersetzt: „David tanzte mit aller Macht vor dem Herrn her!“ Seiner Frau Michal hingegen war es höchst peinlich, wie David sich – wie sie fand – vor dem ganzen Volk zum Affen machte. Sie schämte sich in Grund Boden. David hingegen erklärte, dass er sich gerne klein machen wolle, solange es der Ehre Gottes diene.
mit Psalm 23 (eben gehörtes bzw. gesungenes Lied) knüpfen wir an, wo wir vor einer Woche aufgehört haben: Der gute Hirte weicht nicht von Deiner Seite, geht Dir nach, begleitet dich … sogar, ja gerade in den dunkelsten und tiefsten Tälern Deines Lebenswegs. DU BIST NIE ALLEIN! Das ist eine der guten Nachrichten Gottes für Dich. Genauso (→ Themen der vorangehenden Sonntage) gilt für Dich: Du bist gewollt und geliebt. — Du bist, so wie du bist, Gottes Bild. – Veränderungen (Wende zum Besseren bzw. Guten) sind möglich. Das ist Evangelium pur! Es gilt. Für dich. Ganz persönlich. Darauf kannst Du Dein Leben, Deine Gedanken, Deine Gefühle, Deinen Glauben abstützen und aufbauen. — Wenn Du das erfahren hast, Feuer gefangen hast für das Evangelium Christi, seiner Botschaft vertrauen willst, dann ist als nächster Schritt wichtig: Begreifen (und danach handeln), dass es nicht nur Dir, sondern allen Menschen gilt. Das Evangelium ist eine zwar sehr persönliche gute Nachricht. Aber sie ist nicht privat. Wir sind beauftragt, die Botschaft mit anderen zu teilen. Wir sollen Menschen begreifen und erleben lassen, dass das Evangelium auch ihnen gilt. Es gibt keine Ausnahme. – Wir sollen ‚frohbotschaften‘ (Ich verzichte auf das belastete und deshalb vor allem ausserhalb der Kirche missverständliche Wort ‚evangelisieren‘). Froh-BotschafterInnen sollen und können wir sein, im Namen und Auftrag Christi.
Harry S.Truman, dem 33. Präsidenten der USA (1945–1953), wird folgender Satz zugeschrieben: „Ein Pessimist macht aus jeder Chance ein Problem; ein Optimist macht aus jedem Problem eine Chance!“ Gut auf den Punkt gebracht, wie ich finde. Zu welcher Kategorie gehören nun Christen? – Sind wir Pessimisten? Schliesslich: Alle Menschen sind Sünder. Niemand ist perfekt. Ja, die Bibel sagt sogar: „Das Dichten und Trachten ihres Herzens ist böse von Jugend auf!“ (Gen 6,5) Demnach müssten, wo immer Menschen ihre Finger im Spiel haben, letztlich die Probleme wachsen. – Oder sind wir doch eher Optimisten? Auch das liesse sich biblisch untermauern, z.B. mit einem Paulus-Zitat: „Ich vermag alles durch den, der mich mächtig (d.h. stark) macht.“ (Phil 4,13) – Es wäre wohl übertrieben, von Christen zu verlangen, sich in jeder Lebenslage optimistisch zu fühlen. Aber an die Hoff-nung, dass dank Christus immer eine Veränderung, d.h. eine Wende zum Besseren möglich ist, werden sich Christen bis zuletzt klammern. Denn das ist ein Grund, warum Christen zu allen Zeiten Feuer und Flamme für ihren Glauben waren: Sie haben beobachtet und selbst erlebt, wie dank Gott sich Probleme – kleine, grosse und riesige – lösen liessen. Sie haben sich vom Evangelium zusprechen lassen: Veränderung zum Besseren, ja zum Guten ist nicht ein optimistisches Hirngespinst. Es ist eine echte Möglichkeit.
Worüber haben Christen nicht schon gestritten im Laufe der Zeit! Seit der Reformation gibt es zum Beispiel den Streit um die Gültigkeit der Kindertaufe. In der Gründerzeit der methodistischen Kirche, gab es Auseinandersetzungen darüber, ob ein ausserhalb einer Kirche im Freien abgehaltener Gottesdienst gültig sei oder nicht. Es gab Konflikte um die Rolle der Frauen in der Kirche oder die Teilnahme von Kindern am Abendmahl., Auch die Frage nach dem einem Gottesdienst angemessenen Musikstil oder das Thema der Kirchenstruktur können Christen gegeneinander aufbringen. Und es gibt noch viel, viel mehr davon.
Je stärker dein Glaube an Christus, desto besser geht es dir. Wie gerne hätten wir, dass das wahr wäre. Im Stillen neigen manche Christen dazu, das tatsächlich zu glauben. Wie sonst könnten sie Kranken oder Leidenden, wie es leider immer wieder vorkommt, vorwerfen: ‚Du glaubst halt nicht genug!‘
Einerseits reden wir in Kirchen und Gemeinden sehr oft von Veränderungen, von Wachstum. Manchmal brauchen wir dafür auch den Begriff Heiligung. Andererseits tun wir uns oft doch schwer, wenn wir uns tatsächlich ändern müssen. — Das ging mir durch den Kopf, als ich am Anfang des Philipperbriefes las: „Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“„Wachstum bedeutet Veränderung“ weiterlesen
Die Regeln rund um die Corona-Pandemie schränken uns ein. Viele davon bleiben uns trotz Lockerungen noch lange erhalten. Versammlungen, auch kleine, bleiben verboten. Wenn man jemandem begegnet, soll man auf Distanz bleiben, sicher nicht die Hände schütteln oder sich gar um den Hals fallen. Und auch wenn wir den Sinn nachvollziehen können: Es fällt zunehmend schwerer, sich ganz daran zu halten. Umso mehr ärgert es einen, wenn man andere beobachtet, die sich nicht (ganz) an alle Regeln halten. Schliesslich: “Wenn ich schon schweren Herzens verzichte, sollen die anderen das gefälligst auch tun …!”
Brüder und Schwestern, bei der Barmherzigkeit Gottes bitte ich euch: Stellt euer ganzes Leben Gott zur Verfügung. Es soll wie ein lebendiges und heiliges Opfer sein, das ihm gefällt. Das wäre für euch die vernünftige Art, Gott zu dienen.