Gebrauchsanweisung für ein Wunder

zu Lk 9,10–17

Bi­bli­sche Wun­der­ge­schich­ten for­dern den Ver­stand her­aus: Kann das wirk­lich so pas­siert sein? Doch der Streit dar­über, ob es ge­nau­so war wie be­rich­tet, lenkt ab. Denn wer sich sich von Wun­der­ge­schich­ten mo­ti­vie­ren lässt, kann auch heu­te Erstaun­liches er­le­ben. „Ge­brauchs­an­wei­sung für ein Wun­der“ wei­ter­le­sen

Mut zur Geduld

zu Lu­kas 13,6–9

Als Hob­by­fo­to­graf weiss ich, dass be­son­de­re Bil­der nicht im Hand­um­drehen mach­bar sind. Es braucht oft vie­le Ver­su­che. Manch­mal muss man lan­ge war­ten, bis die Licht­ver­hält­nis­se stim­men, das Su­jet gut ge­trof­fen und das Bild auch noch scharf ist. Aber wenn dann so ein Schnapp­schuss wie der vom Fut­ter sam­meln­den Ei­chelhäher ge­lun­gen ist, weiss man, dass sich das War­ten, die Ge­duld ge­lohnt hat. Manch­mal hat man auch Glück und muss gar nicht so lan­ge war­ten. Auf ei­ner USA-Rei­­se reich­te ei­ne halb­stün­di­ge Rast, um meh­re­re Grau­wa­le vorbei­schwimmen zu se­hen … und so­gar zu fo­to­gra­fie­ren. An­dere Tou­risten, die nur für Mi­nu­ten ne­ben uns hiel­ten und ins Meer späh­ten, ver­pass­ten die­se Be­geg­nung, ob­wohl wir ih­nen da­von er­zähl­ten. „Mut zur Ge­duld“ wei­ter­le­sen

Zuhören

Bild­quel­le: Die­ter Schulz / pixelio.de

Zu Apos­tel­ge­schich­te 20,7–12

Man darf über al­les pre­di­gen, nur nicht über ei­ne hal­be Stun­de! Das wur­de uns im Lau­fe der theologi­schen Aus­bil­dung im­mer wie­der ans Herz ge­legt. Un­ter­des­sen zie­hen man­che die Gren­ze schon bei 20 oder gar 15 Mi­nu­ten. Die Auf­merksamkeitsspanne wird im­mer kür­zer und die Konzentrationsfä­hig­keit scheint all­ge­mein abzu­nehmen. Von Po­li­ti­kern wird oft so­gar ver­langt, dass sie das We­sent­liche in State­ments von 20 bis 30 Se­kun­den auf den Punkt brin­gen kön­nen. Da­bei geht das ei­gent­lich gar nicht, weil die The­men ein­fach zu kom­plex sind. „Zu­hö­ren“ wei­ter­le­sen

Ohne Berührungsangst

zu Mar­kus 1,40–45

Coo­le Leu­te sind kon­taktfreudig. Dank den so­zia­len Me­di­en ist es heu­te mög­lich, mit viel mehr Leu­ten zu­gleich Be­zie­hun­gen zu pfle­gen. Al­ler­dings be­wegt man sich da­bei oft vor al­lem un­ter Seines­glei­chen und da­mit in ei­ner in­di­vi­du­ell ab­ge­stimm­ten Blase.

Hun­der­te oder gar tau­sen­de di­gi­ta­ler Freun­de mö­gen Men­schen un­se­rer Zeit be­ein­dru­cken. Je­sus da­ge­gen wür­de sol­che Cool­ness wohl eher kri-tisch hin­ter­fra­gen: “Was ist denn schon Be­son­de­res dar­an, wenn ihr nur zu eu­res­glei­chen freund­lich seid?” (Mt 5,47). Vor al­lem, wenn  die Schar der di­gi­ta­len Freun­de mit Be­rührungsängsten in ana­lo­gen Be­geg­nun­gen ein­her­geht. Viel­leicht mei­ne ich ja nur, ge­ra­de kei­ne Zeit zu ha­ben. Viel­leicht fürch­te ich aber auch, in Pro­bleme hin­ein­ge­zo­gen zu wer­den oder ich scheue die Aus­ein­an­der­set­zung mit an­de­ren Mei­nun­gen, an­de­ren Kul­tu­ren. Je­den­falls ent­wick­le ich im All­tag bis­wei­len Be­rüh­rungs­ängs­te, die mich Be­geg­nun­gen ver­mei­den und viel ver­pas­sen las­sen. „Oh­ne Be­rüh­rungs­angst“ wei­ter­le­sen

Immer in Gottes Nähe

zu Psalm 139

Die­ser Psalm ge­hört zu mei­nen liebs­ten bib­li­schen Tex­te. Der Be­ter sieht sich über­all und im­mer von Gott um­geben. Ob die­se Ein­sicht tröst­lich, beun­ruhigend oder gar be­ängstigend ist, hängt da­von ab, wie man sich Gott vorstellt.

„Im­mer in Got­tes Nä­he“ wei­ter­le­sen

Gott, was soll ich tun?

zu Apos­tel­ge­schich­te 15,36–16,40

Bis zu 20’000 Ent­scheidungen tref­fen wir je­den Tag. Als Chris­ten möch­ten wir dies so gut wie mög­lich im Sin­ne Got­tes tun. Das gilt schon für klei­ne, all­täg­li­che Fra­gen und noch viel mehr für grund­le­gen­de Wei­chen­stel­lun­gen für das gan­ze Le­ben. Dar­um be­ten wir um Füh­rung, dass Got­tes Geist uns lei­ten mö­ge, zum Bei­spiel zu Be­ginn ei­ner Sit­zung. „Gott, was soll ich tun?“ wei­ter­le­sen

Lieber gute Fragen als fertige Antworten

Zu Lu­kas 8,4–15

Im­mer wie­der hö­re ich, die bib­lische Bot­schaft sei ein­fach zu verste­hen und ge­be kla­re Ant­wor­ten. Den Gos­pel ‘Je­sus is the an­s­wer’ sin­ge ich üb­ri­gens ger­ne und aus vol­lem Her­zen mit. Den­noch fin­de ich eher sel­ten kla­re Ant­wor­ten. Viel häu­fi­ger er­le­be ich, dass die Bi­bel mich zu Fra­gen an­regt. Je län­ger ich über ei­nen Bi­bel­text nach­den­ke, des­to wack­li­ger wer­den mei­ne Ant­worten und des­to zahl­rei­cher mei­ne Fra­gen. „Lie­ber gu­te Fra­gen als fer­ti­ge Ant­wor­ten“ wei­ter­le­sen

GELEBTE GNADE: Weiterführende Wege öffnen

Bild­quel­le: Fer­di­nand La­cour / pixelio.de

zu Lu­kas 1,5–25

Der von Man­fred Mar­quardt und Wal­ter Klai­ber her­aus­ge­ge­be­ne Grund­riss ei­ner Theo­lo­gie der EMK[1] trägt die­sen Ti­tel: Ge­leb­te Gna­de. Die­se For­mu­lie­rung um­schreibt in mei­nen Au­gen ge­nau, was christ­li­ches Le­ben und Glau­ben prägt bzw. prä­gen soll­te. Ei­ner­seits le­ben wir aus der Gna­de Got­tes. Wir sind be­gna­dig­te Sün­der, die sich von Gott in Chris­tus be­din­gungs­los an­ge­nom­men wis­sen dür­fen. An­de­rer­seits sind wir her­aus­ge­for­dert, un­se­ren Mit­men­schen mit ge­nau der Gna­de zu be­geg­nen, die Gott uns ge­währt. „GELEBTE GNADE: Wei­ter­füh­ren­de We­ge öff­nen“ wei­ter­le­sen

Nobody is perfect

zu Jo­han­nes 8,1–11

Nie­mand ist vollkom­men. Al­le ma­chen Feh­ler, im­mer wie­der. Vie­le da­von pas­sie­ren uns aus Ungeschick­lichkeit oder Unwis­senheit. Bei an­de­ren wol­len wir von An­fang an das Fal­sche und ma­chen uns schul­dig mit dem, was wir tun oder nicht tun. Wir sit­zen al­le im sel­ben Boot. Für ein ge­lin­gen­des Mit­ein­an­der sind wir dar­auf an­ge­wie­sen, ge­las­sen und gnä­dig mit den Feh­lern um­zu­ge­hen, die halt pas­sie­ren. „No­bo­dy is per­fect“ wei­ter­le­sen

Gewalt im Namen Gottes?

Bild­quel­le: an­schi / pixelio.de

zu Psalm 9

Psalm 9 ge­hört für mich de­fi­ni­tiv zu den schwie­ri­gen Psal­men. Beim Le­sen emp­fin­de ich äus­serst Wider­sprüchliches. Ei­ner­seits be­ein­druckt mich der Dank für die Er­ret­tung aus Not durch Gott. Das wirkt echt und in­spi­rie­rend. Der Dich­ter hat of­fen­bar gründ­lich nach­ge­dacht und buch­sta­biert (die Vers­an­fän­ge fol­gen dem he­bräi­schen ABC) aus­führ­lich sei­ne Dank­bar­keit ge­gen­über Gott. Das fin­de ich ausge­spro­chen lo­bens- und nach­ah­mens­wert. An­de­rer­seits mel­de ich über­zeugt Wi­der­spruch an, wenn der Be­ter Gott für die Ver­nich­tung und Zertrüm­merung des Fein­des dankt. „Ge­walt im Na­men Got­tes?“ wei­ter­le­sen